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Vor der Vorwahl wurde Iowa in den vergangenen Wochen zum Austragungsort einer Vielzahl von Wahlkampfauftritten, unter anderem des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Bernie Sanders. Quelle: imago images/ZUMA Press

Vorwahl in Iowa – so funktioniert ein “Caucus”

In den USA wird am Montagabend die offizielle Phase der Vorwahlen eingeläutet. In einem teilweise komplizierten Verfahren wird bestimmt, wer Präsidentschaftskandidat der Demokraten wird. Wir erklären, wie der “Caucus” im Bundesstaat Iowa funktioniert.

Des Moines/Washington. Das Prozedere bei der Vorwahl in Iowa ist kompliziert. Im dem US-Bundesstaat stimmen Mitglieder von Demokraten und Republikanern landesweit als erste darüber ab, wen sie als Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei sehen wollen. Die Entscheidung fällt nicht in Wahllokalen, sondern bei „Caucuses“ – aberhunderten kleinen Parteiversammlungen. An fast 1700 Orten finden solche Treffen statt – zum Teil in ganz kleiner Runde, etwa in Cafés, Schulen, Kirchen, Gemeindezentren, Sporthallen oder Büchereien.

Die Abläufe bei Republikanern und Demokraten sind bei diesen Treffen unterschiedlich. Bei den Republikanern ist Amtsinhaber Donald Trump ohne ernstzunehmende Konkurrenz. Bei den Demokraten ist das Rennen umkämpft und damit umso spannender.

Abstimmung mit den Füßen

Bei den „Caucus“-Treffen der Demokraten gibt es meist zuerst Reden von Unterstützern der Kandidaten. Dann teilen sich die Anwesenden im Raum auf: Entweder sie begeben sich zur Gruppe eines Kandidaten oder in die Ecke der „Unentschiedenen“. Damit die Stimmen gelten, muss eine Gruppe mindestens 15 Prozent der Anwesenden auf sich vereinen. Wer in einer Gruppe endet, die das nicht erfüllt, kann in einer weiteren Runde in das Lager eines anderen Kandidaten wechseln. Danach wird ausgezählt. Nur wer physisch an einer solchen Versammlung teilnimmt und bis zum Schluss bleibt, dessen Stimme zählt.

Die Parteiversammlungen beginnen am Montag um 19 Uhr Ortszeit in Iowa. Das ist nach deutscher Zeit um 2 Uhr in der Nacht zu Dienstag. Es dürfte lange dauern, bis Ergebnisse zentral vorliegen – nach deutscher Zeit wohl bis weit in den Dienstagmorgen.

Iowa markiert mit der Vorentscheidung den Auftakt einer ganzen Serie von Vorwahlen, die sich bis in den Juni hinziehen. Die Entscheidung in dem kleinen Staat hat dabei große Signalwirkung. Im Sommer küren beide Parteien dann offiziell ihren Präsidentschaftskandidaten. Die eigentliche Präsidentschaftswahl ist für den 3. November angesetzt.

RND/dpa