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Die Vorsitzende der Frauen-Union, Annette Widmann-Mauz, warnt den nächsten CDU-Kanzlerkandidaten vor zu wenig Rücksicht auf Frauen.

Frauen-Union warnt vor Roll-Back im Umgang mit Frauen

Angesichts von vier männlichen potenziellen Kanzlerkandidaten warnt die Vorsitzende der Frauen-Union, Annette Widmann-Mauz, ihre Partei vor einem Rückschritt. Die CDU sei auf Wählerinnen angewiesen – ein Kanzlerkandidat müsse sich darauf auch mit seinem Stil einstellen. Auf die jüngste Frauen-Bemerkung von Friedrich Merz reagiert Widmann-Mauz mit Distanz.

Die Frauen-Union hat die CDU vor einem Rückschritt im Umgang mit Frauen gewarnt. „Es darf keinen Roll-Back geben. Denn die CDU ist auf starke Frauen angewiesen, wenn sie auch in Zukunft Wahlen gewinnen will“, sagte die Vorsitzende der Frauen-Union, Annette Widmann-Mauz (CDU), dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

“Derzeit sind Kanzleramt, Parteivorsitz und die EU-Kommission in der Hand von CDU-Frauen. Schlagzeilen wie ‘Genug von der Damenriege’ zeigen allerdings, dass das auch 2020 noch keine Selbstverständlichkeit ist.”

Die Strukturen in Partei und Gesellschaft müssten verändert werden. “Wir sind noch längst nicht da, wo wir hin müssen.”

Als Kanzlerkandidaten der Union sind bisher vier Männer im Gespräch: Gesundheitsminister Jens Spahn, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet, der Vize-Vorsitzende des CDU-nahen Wirtschaftsrats, Friedrich Merz, sowie CSU-Chef Markus Söder.

Merz und die Frauen-Tiefs

Für den nächsten Kanzlerkandidaten der Union gebe es klare Anforderungen, sagte Widmann-Mauz: “Natürlich kann es auch männliche Kanzlerkandidaten geben, aber Inhalte und Stil sind entscheidend.” Der noch zu kürende Kandidat müsse sich darüber im Klaren sein, dass die CDU bislang überdurchschnittlich von Frauen gewählt worden sei.

Die CDU müsse also für Frauen attraktiv bleiben. Außerdem dürfe die CDU keinen Kurzwechsel vollziehen. “Die CDU wird nur weiter Mehrheiten bekommen, wenn sie inhaltlich bleibt, wo sie ist – nämlich in der Mitte”, sagte Widmann-Mauz.

Von den Äußerungen von Merz, der in einer Rede bemerkt hatte, die Tiefs in Deutschland trügen derzeit alle Frauennamen, grenzte sich Widmann-Mauz indirekt ab. “Muss man das kommentieren?”, sagte sie auf eine entsprechende Frage.

Von Daniela Vates/RND