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Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hält während der Übergabe von Fördermitteln an drei Drohnenprojekte eine HHLA-Sky-Industriedrohne. Quelle: Christoph Soeder/dpa

Verkehrsministerium fördert Drohnenprojekte mit 7,5 Millionen Euro

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat seit geraumer Zeit ein Auge auf Drohnen und Flugtaxis geworfen. Nach einem Ideen- und Förderaufruf hat er in Berlin nun 7,5 Millionen Euro an drei innovative Projektgruppen aus dem Bereich Luftmobilität übergeben. Eine Gruppe will etwa das Drohnengewimmel am Himmel sicher koordinieren.

Berlin. Für das Bundesverkehrsministerium haben Drohnen und Flugtaxis ein enormes Zukunftspotenzial. Deshalb hat das Ressort einen Ideen- und Förderaufruf gestartet und nun einige innovative Projekte mit Geld bedacht. Bei der Förderung gehe es darum, “wie wir Drohnen und Flugtaxis effizient einsetzen und sicher in den Luftraum integrieren können”, sagt Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Die Forschungsschwerpunkte der drei Projektgruppen, denen am Freitag in Berlin je ein Anteil der Förderung in Höhe von 7,5 Millionen Euro übergeben wurde, liegen in der Logistik, dem Luftraummanagement und der Mobilität.

“Ob als vielseitiges Werkzeug für Feuerwehr und Polizei, als Verkehrsmittel oder zum Transport für lebenswichtige Medizingüter – die Anwendungsmöglichkeiten sind riesig. Wir wollen die Technologie deshalb aus dem Labor in die Luft bringen. Zugleich behalten wir die Risiken fest im Blick – mit wirksamen technischen Lösungen”, sagte Scheuer.

Drohnengewimmel sicher koordinieren

Die Gruppe um UDVeo (Urbaner Drohnen-Verkehr effizient organisiert) etwa ist verantwortlich für eines der geförderten Projekte. Es plant ein System, mit dem in der Region Hamburg der zukünftig zu erwartende Drohnenverkehr am Himmel koordiniert werden soll. “Wie man es heute schon aus der Leitzentrale der Bahn kennt”, erklärte Professor Alexander Fay von der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg. So könne man beispielsweise schnell reagieren, wenn irgendwo ein Hubschrauber zum Einsatz kommt und Drohnen weichen müssen. Auch Notfall-Landeplätze am Boden sowie Tankstellen für die Drohnen werden in der Planung berücksichtigt.

Da man davon ausgehen könne, dass künftig verschiedene Drohnen von unterschiedlichen Firmen am Himmel unterwegs sein werden, müsse die rechtliche Aufsicht bei der Stadt liegen. “Wir arbeiten daher mit der Stadt Hamburg zusammen, bei der auch die Lufthoheit liegt”, sagte Fay. Dabei werde auch die Integration des Drohnenverkehrs in das übliche Verkehrsgeschehen, insbesondere den traditionellen Flugverkehr, berücksichtigt. Alle juristischen Fragen seien aber noch nicht geklärt. Die Arbeit an der behördlichen oder behördlich autorisierten Leitstelle für den sicheren Drohnenverkehr wurde mit 3 Millionen Euro gefördert. Mit dem Geld konnte die Arbeit vier neuer wissenschaftlicher Mitarbeiter für drei Jahre gewährleistet werden.

Flugtaxis – eine Machbarkeitsstudie

Mit 2,6 Millionen Euro wird auch das Projekt Skycab II gefördert. Dessen Ziel: ein Mobilitätskonzept für Flugtaxis in der Pilotregion Nordrhein-Westfalen und Rhein-Maas zu entwickeln. “Dabei geht es vor allem um die Frage: Wie nachhaltig kann dieses Transportmittel sein?”, erklärt Professor Carsten Braun von der Fachhochschule Aachen. Innerhalb von drei Jahren will er gemeinsam mit seinen Projektpartnern nicht nur bewerten, wie sicher, umweltverträglich und komfortabel die fliegenden Taxis sind. Nach Standards der Automobilindustrie soll auch ein Prototyp einer Kabine gebaut werden – mit Platz für vier Personen. “Im vergangenen halben Jahr haben wir bereits ermittelt, wie hoch der Bedarf in unserer Region ist. Es kam heraus, dass der Transport von zwei bis sechs Personen am wirtschaftlichsten wäre”, sagte Braun. Neben der Kabine in Originalgröße solle auch ein kleineres, komplettes Modell des Skycab gebaut werden. Dieses solle dann auch fliegen können.

Ein schneller Überblick über Waren

Die dritte mit Fördermitteln bedachte Projektgruppe, UAS Invent, entwickelt eine Drohne sowie die dazu passende Software zur automatisierten Erfassung, Auswertung und Dokumentation von Beständen bei verschiedenen Warenlagern. Dabei fliegen die Drohnen beispielsweise an riesigen Lagerbeständen entlang und scannen einzelne Produkte. Diese Art der Datenerfassung würde enorm Zeit einsparen im Vergleich zu händischem Scannen. Für die Erprobung im Außen- und Innenbereich der Lager setzen die Projektpartner von UAS Invent Hunderte Test- und Betriebsstunden an. Gefördert wird das Projekt mit 1,9 Millionen Euro.

Gesamte Fördersumme bei 29 Millionen

160 Projektskizzen sind im Rahmen des Ideen- und Förderaufrufs eingegangen – insgesamt werden 36 Vorhaben vom Verkehrsministerium gefördert. Das Förderprogramm hat ein Volumen von 29 Millionen Euro und läuft von 2019 bis 2022. Dazu gehören auch schnelllaufende Pilotvorhaben und Studien im Jahr 2019 sowie innovative kommunale Luftmobilitätskonzepte. Mit dem Ideen- und Förderaufruf unterstützt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur die Forschung, die Entwicklung und die Erprobung innovativer Technologien, Anwendungen und Mobilitätskonzepte im Bereich der unbemannten Luftfahrt.

Von Laura Treffenfeld, Pauline Rabe/RND