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Fachkräfte aus dem Ausland werden in Deutschland dringend benötigt.

Ausländer bekommen Hilfe bei Anerkennung ihrer Abschlüsse

Anfang März tritt das Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Kraft. Es soll gegen den Mangel an Personal helfen, der bereits jetzt zur Wachstumsbremse geworden ist. Regierung und Bundesagentur für Arbeit wollen Ausländer künftig bei der Anerkennung ihrer Abschlüsse unterstützen – mit einer Beratungsstelle.

Berlin. Bundesregierung und Bundesagentur für Arbeit wollen ausländische Fachkräfte in Zukunft stärker bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen unterstützen. „Wir sehen, dass der Fachkräftemangel schon heute in vielen Bereichen eine echte Wachstumsbremse darstellt“, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Vor allem müssten die inländischen Potenziale genutzt werden: „Ergänzend dazu brauchen wir aber auch qualifizierte Zuwanderung aus dem Ausland.“

Heil äußerte sich kurz vor Inkrafttreten des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes am 1. März. „Ich freue mich, dass es seit Anfang dieses Monats die Zentrale Servicestelle Berufsanerkennung bei der Bundesagentur für Arbeit gibt“, so der SPD-Politiker. „Dort unterstützen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausländische Fachkräfte, die in Deutschland arbeiten wollen. Sie begleiten sie als Lotse und führen sie zu den richtigen Stellen, um ihren Berufsabschluss anerkennen zu lassen.“ Effiziente Anerkennungsverfahren seien für den Erfolg des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes zentral.

“Ambitioniertes Ziel”

Nach RND-Informationen gibt es in Deutschland 1.400 unterschiedliche Stellen für die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) warnte vor überzogenen Erwartungen an das Gesetz. „Die Bundesregierung geht davon aus, dass mit Hilfe des neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetzes mindestens 25.000 neue Fachkräfte pro Jahr nach Deutschland kommen werden. Das ist ein ambitioniertes Ziel“, sagte BA-Vorstandsmitglied Daniel Terzenbach dem RND. „In den ersten paar Jahren wird es sicherlich schwer sein, es zu erreichen. Wir müssen Deutschland erst einmal bekannt machen als Einwanderungsland.“

Unterdessen treibt das Bundesgesundheitsministerium die Vorbereitungen für Ausbildung und Anwerbung von Pflegekräften in Mexiko voran. Das geht aus der Ministeriumsantwort auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Pia Zimmermann hervor, die dem RND vorliegt. So soll die „Deutsche Fachkräfteagentur für Gesundheits- und Pflegefachkräfte“ (DeFA) im März ein Büro in Mexiko eröffnen und interessierte mexikanische Pflegekräfte bei der Anerkennung ihrer Abschlüsse in Deutschland unterstützen. Im Auftrag des Ministeriums sollen zudem mexikanische Pflegefachkräfte für die Arbeit in Deutschland qualifiziert werden. Den Angaben zufolge könnten sie dann Ende 2021 in der Bundesrepublik eintreffen.

“Die erforderlichen Ausbildungsziele erreichen“

Linken-Politikerin Zimmermann sagte dem RND, Löhne und Arbeitsbedingungen in der Alten- und Krankenpflege seien in Deutschland so schlecht, dass viel weniger Menschen dort arbeiten könnten und wollten als für die Versorgung erforderlich sind: „Der begnadete Selbstdarsteller Spahn sollte endlich aufhören, diesen Sachverhalt zum Anlass für PR-trächtige Flugreisen in deutlich ärmere Länder zu machen, sondern sich um anständige Bezahlung und gute Personalausstattung kümmern und dafür sorgen, dass die dafür erforderlichen Ausbildungsziele erreicht werden.“

 

Von Rasmus Buchsteiner/RND