Aktuell
Home | Nachrichten | Politik | Demokratische Bewerber attackieren Michael Bloomberg
Michael Bloomberg, früherer Bürgermeister von New York. Quelle: imago images/ZUMA Press

Demokratische Bewerber attackieren Michael Bloomberg

Michael Bloomberg will erst am Super Tuesday in das Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur einsteigen. Doch schon im Vorfeld muss er sich scharfe Attacken seiner Parteikollegen gefallen lassen. Die Angriffe gelten als Zeichen, wie ernst die anderen Bewerber Bloombergs Antreten nehmen.

Reno. Die Bewerber um die demokratische Präsidentschaftskandidatur haben sich im Wahlkampf ihren Konkurrenten Michael Bloomberg vorgenommen. “Er denkt, er kann diese Wahl kaufen”, sagte der Senator von Vermont, Bernie Sanders, am Sonntag in Carson City (US-Staat Nevada) über den früheren Bürgermeister von New York und Milliardär. Auch der frühere Vizepräsident Joe Biden und die Senatorin von Minnesota, Amy Klobuchar wetterten gegen Bloomberg.

Sanders sagte, Bloomberg sei gelangweilt und habe deshalb entschieden, Präsident der USA werden zu wollen. „Ich habe eine Nachricht für Mr. Bloomberg – das amerikanische Volk hat es satt, dass sich Milliardäre Wahlen kaufen“, sagte Sanders während seines Wahlkampfauftritts. Bloomberg hat bisher mehr als 417 Millionen Dollar (knapp 385 Millionen Euro) seines eigenen Vermögens ausgegeben – eine beispiellose Summe für einen Kandidaten während der Vorwahlen.

Klobuchar warf Bloomberg in der CBS-Sendung „Face the Nation“ vor, eine genaue Prüfung durch die Öffentlichkeit zu vermeiden, indem er sich kritischen Fernsehinterviews und Debatten entziehe. Bloomberg könne sich nicht hinter dem Geld verstecken. „Ich denke, er muss zu den Shows kommen. Und ich persönlich denke, er sollte auf der Debattenbühne stehen“, sagte Klobuchar.

Biden deutete in der NBC-Sendung „Face the Press“ an, er glaube, dass Bloomberg sich im Verlauf des Rennens noch für umstrittene Aussagen der Vergangenheit rechtfertigen müsse. „60 Millionen Dollar können eine Menge Werbung kaufen, aber sie können die Aufzeichnungen nicht löschen“, sagte Biden. Bloomberg wird immer vorgeworfen, früher umstrittene Polizeikontrollen, das sogenannte „stop and frisk“, zu verteidigen, die sich vor allem gegen Schwarze und Latinos richteten.

Die Angriffe gelten als Zeichen, wie ernst die anderen Bewerber Bloombergs Antreten nehmen. In Nevada wird am Samstag gewählt. Bloomberg lässt mehrere Vorwahlen, auch die Nevada, aus und steigt erst am 3. März zum Super Tuesday ein, wenn in 14 Staaten gewählt wird. Sanders, der selbsterklärte demokratische Sozialist, gewann die Vorwahl in New Hampshire und gilt auch in Iowa gemeinsam mit Buttigieg als Wahlsieger.

RND/AP