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Norbert Röttgen kam am Morgen für ein Gespräch mit der scheidenden Parteichefin Kramp-Karrenbauer am Konrad-Adenauer-Haus an. Quelle: imago/Emmanuele Contini/Sven Hoppe/Kay Nietfeld/dpa/Montage RND

Nach Gespräch mit AKK äußert sich Röttgen optimistisch

Das Stelldichein möglicher CDU-Vorsitzender bei Annegret Kramp-Karrenbauer geht weiter: Die scheidende Parteivorsitzende ist am Morgen mit Norbert Röttgen zusammengetroffen. Später sind Treffen mit Jens Spahn und Armin Laschet geplant.

Berlin. Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer ist am Mittwochmorgen zu einem Gespräch mit dem ehemaligen Bundesumweltminister Norbert Röttgen im Adenauerhaus zusammengekommen. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses hatte am Dienstag seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz angekündigt. Nach dem Treffen mit Röttgen dürfte Kramp-Karrenbauer an der routinemäßigen Kabinettssitzung im Kanzleramt teilnehmen.

Nach dem Gespräch äußerte sich Röttgen optimistisch über eine mögliche Mitgliederbefragung zum künftigen Parteivorsitzenden. „Ich bin auch optimistisch, dass die Meinung in der Partei, in der ganzen Breite der Partei, sich immer mehr so durchsetzt, dass das keine Lösung hinter verschlossenen Türen sein kann“, sagte Röttgen am Mittwoch nach einem etwa einstündigen Gespräch mit der scheidenden CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer in Berlin. Ob es dazu komme, müsse aber die Parteiführung entscheiden.

Röttgen: Gutes und freundliches Gespräch

Röttgen sprach von einem guten und freundlichen Gespräch mit Kramp-Karrenbauer, „weil wir beide seit langem in freundlicher Verbindung stehen“. Über Details wolle er nicht berichten, habe aber in der Öffentlichkeit wie in Gesprächen nur eine Botschaft: „Es geht um mehr jetzt, als um eine reine Personalentscheidung. Es geht um eine inhaltliche Positionsbestimmung für die Zukunft der CDU. Und die muss offen erfolgen und nicht hinter verschlossenen Türen.“

Der Chef des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag machte deutlich, dass er damit rechnet, dass demnächst weitere mögliche Kandidaten aus der Deckung kommen und öffentlich ihre Kandidatur erklären. Er sei kein Kandidat unter Konditionen oder Bedingungen, sondern stehe für seine Überzeugungen ein. „Ich nehme mal an, dass andere das jetzt dann bald für sich auch entscheiden und der Partei mitteilen“, sagte Röttgen. „Ich finde, man muss auch wissen für sich, ob man nun einsteht für die Zukunft der CDU, oder ob es da Bedingungen gibt.“

Schon vor dem Gespräch verlangte Röttgen erneut eine rasche Lösung für den künftigen Parteivorsitz. “Ich glaube, dass wir Klarheit schaffen müssen. Wir sind ja in besonderen Zeiten. Die CDU ist die führende Partei in Deutschland”, man könne sich jetzt nicht monatelang immer nur mit sich selbst beschäftigen. “Ich glaube, vor der Sommerpause muss es dann durch sein.”

Auf die Frage, ob auch er für eine Teamlösung bei der Suche nach einem neuen Vorsitzenden sei, antwortete der ehemalige Bundesumweltminister: “Ich bin ja auch für das Team, weil die CDU nur im Team zu führen ist.” Röttgen ergänzte aber: “Ich bin aber gegen ein spezielles Verständnis von Teamlösung, das ja ein synonymes Wort für Hinterzimmerlösung geworden ist. Ich bin für offenen Wettbewerb und Transparenz und nicht für Hinterzimmer.“

Am Mittwoch will Kramp-Karrenbauer auch noch jeweils einzeln mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet und Gesundheitsminister Jens Spahn über das weitere Vorgehen bei der Neubesetzung von Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur sprechen. Beide haben sich noch nicht öffentlich geäußert, ob sie sich um eines der Ämter bewerben wollen.

Am Dienstag hatte Kramp-Karrenbauer mehr als eine Stunde mit Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz über die anstehenden Entscheidungen gesprochen. Inhalte des Gesprächs waren nicht bekannt geworden. Aus dem Umfeld von Merz hatte es vergangene Woche geheißen, Merz sei zu einer Kandidatur für den Parteivorsitz entschlossen.

Wadephul fordert rasche Klarheit über CDU-Personalfahrplan

Unionsfraktionsvize Johann Wadephul forderte derweil rasche Klarheit über den weiteren Fahrplan in der Diskussion über den CDU-Vorsitz und die Unions-Kanzlerkandidatur. Eine Woche nach der Rückzugsankündigung von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer “gibt es weder Klarheit über den Zeitplan und das Verfahren für den Bundesvorsitz, aber zahlreiche mögliche oder tatsächliche Kandidaten aus NRW”, sagte Wadephul, der auch Mitglied im CDU-Bundesvorstand ist, der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. “Das versteht an der Basis niemand mehr. So kann es nicht weiter gehen.”

Wadephul sagte weiter, CSU-Chef Markus Söder habe “einen machbaren Weg aufgezeigt: Bundesvorsitz bis zum Sommer, Kanzlerkandidat um die Jahreswende klären”. “Das CDU-Präsidium muss das jetzt ordnen, sonst droht uns der Weg der SPD.” Kramp-Karrenbauer will die Parteispitze am kommenden Montag über den Stand ihrer Gespräche zu den Personalfragen unterrichten. In der CDU war zuletzt auch eine Teamlösung diskutiert worden.

Röttgen kommt wie Laschet, Merz und Spahn aus Nordrhein-Westfalen. Die dortige Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) äußerte sich zurückhaltend zur Kandidatur Röttgens. Dem “Kölner Stadt-Anzeiger” sagte sie: “Ich schätze ihn aus unserer früheren Zusammenarbeit, aber eine gute Aufstellung im Team halte ich zur Zeit einfach für den besseren Weg für die CDU.” Heinen-Esser hatte einst unter Röttgen als Staatssekretärin im Bundesumweltministerium gearbeitet. Sie war auch Mitglied in Röttgens Schattenkabinett für die NRW-Wahl 2012.

RND/dpa