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Mutmaßliche Tatwaffe, Pistole Glock 17 (Symbolbild): Tatverdächtiger kaufte Waffen im Internet. Quelle: imago images/Deutzmann/photothek/Montage RND

Hanau-Attentäter bestellte Tatwaffe in Onlineshop

Neue Details zur Tatwaffe im Fall Hanau: Der mutmaßliche Täter bestellte diese und weitere Pistolen legal im Internet. Die verwendete Waffe entsprach dem gleichen Typ, der beim Anschlag im Münchner Olympia-Einkaufszentrum verwendet worden war.

Berlin. Der mutmaßliche Terrorschütze von Hanau, Tobias R., hat die Tatwaffe 2014 in einem Internetshop gekauft. Das erfuhr das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag) aus Sicherheitskreisen. Es handelt sich um eine Pistole Glock 17, 9 Millimeter Luger. Das ist derselbe Waffentyp, der 2016 bei dem rechtsextremistisch motivierten Anschlag im Münchner Olympia-Einkaufszentrum verwendet worden ist.

Tobias R. soll den Angaben zufolge noch zwei weitere Waffen besessen haben. Dabei handelt es sich um eine Pistole des Herstellers SIG Sauer, 9 Millimeter, sowie eine weitere Pistole des Herstellers Walther, ebenfalls 9 Millimeter. Die SIG-Sauer-Pistole hat der Tatverdächtige 2014 zusammen mit der Tatwaffe legal im selben Onlineshop erworben.

Tobias R. verfügte seit Sommer 2013 über eine Waffenbesitzkarte. Die Kreisverwaltung des Main-Kinzig-Kreises in Gelnhausen hatte zuletzt vor einem Jahr die Zuverlässigkeit des Sportschützen und mutmaßlichen Terrorschützen von Hanau auf Weiterbesitz von Waffen überprüft.

Bei mehreren Gewalttaten in Hanau hatte Tobias R. am Mittwoch zehn Menschen getötet. Auch R., ein 43-jähriger Deutscher, ist tot. Die Generalbundesanwaltschaft ermittelt laut dem hessischen Innenminister Peter Beuth wegen Terrorverdachts.

RND

Von Jörg Köpke/RND