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An die Tür zu einem polizeilich versiegelten Tatort wurde eine Rose gesteckt. Quelle: Nicolas Armer/dpa

“Ein Anschlag auf unsere freie Gesellschaft“: Die wichtigsten Zitate zum Terroranschlag in Hanau

Die Anschläge von Hanau bewegen Deutschland. Politiker fast aller Parteien verurteilen die Taten. Wir dokumentieren die wichtigsten Zitate.

Hanau. In Hanau soll ein Sportschütze zehn Menschen getötet haben. Die Generalbundesanwaltschaft ermittelt wegen Terrorverdachts. Die Tat hat nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann einen rechtsradikalen Hintergrund. Politiker fast aller Parteien veruteilten die Tat. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier trauerte in Hanau mit tausenden Bürgern. Hier dokumentieren wir die wichtigsten Zitate zu den Anschlägen.

“Ich stehe an der Seite aller Menschen, die durch rassistischen Hass bedroht werden. Sie sind nicht allein. Ich bin überzeugt: Die große Mehrheit der Menschen in Deutschland verurteilt diese Tat und jede Form von Rassismus, Hass und Gewalt.”

(Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag in einer Mitteilung)

„Rassismus ist ein Gift, der Hass ist ein Gift. Und dieses Gift existiert in unserer Gesellschaft. Und es ist Schuld an schon viel zu vielen Verbrechen. Von den Untaten des NSU über den Mord an Walter Lübcke bis zu den Morden von Halle.“

(Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag in Berlin)

„Das war ein furchtbarer Abend, der wird uns sicherlich noch lange, lange beschäftigen und in trauriger Erinnerung bleiben.“

(Der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) in einer Sondersendung von “Bild live”.)

„Das ist ein Anschlag auf unsere freie und friedliche Gesellschaft.“

(Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) am Donnerstag im Wiesbadener Landtag)

„Ich möchte allen Menschen sagen, auch und gerade denen, die vielleicht anders aussehen, die aus anderen Ländern zu uns gekommen sind, Menschen die hier eine neue Heimat gefunden haben, ich weiß, dass Sie jetzt Angst haben. Ich möchte Ihnen sagen, ich verstehe das. Aber umso mehr gilt, dass wir alles tun, alles was wir können, um gegen Rassismus, Hetze und Hass anzukämpfen.“

(Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier in Hanau)

“Die offenbar rechtsextrem motivierten Morde in Hanau sind erschütternd. Wir trauern um die Opfer und denken mit tiefem Mitgefühl an die Verletzten und Angehörigen. Auf Hass und Hetze gegen Minderheiten folgt die Ermordung von Menschen. Dagegen müssen wir aufstehen!”

(Der Zentralrat der Juden in Deutschland auf Twitter)

„Viel zu lange haben wir uns davor gescheut, es mit klaren Worten zu benennen: Rechter Terror in Deutschland. Wir sind geschockt und wir trauern. All unsere Gedanken sind bei den Opfern, Angehörigen und Freunden.“

(SPD-Chefin Saskia Esken auf Twitter)

„Wie wichtig es ist, diese Brandmauer zu halten, das sieht man an einem Tag wie Hanau.“

(CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer mit Verweis auf den CDU-Beschluss, nicht mit der AfD zu kooperieren)

„Man muss glaube ich sagen, dass das nichts anderes als ein schwarzer Tag für Deutschland ist. (…) Wenn sich der Verdacht tatsächlich erhärtet, dass diese grauenhafte Tat in Hanau rechtsextremen Hintergrund hat, dann ist das der dritte rechtsextreme Mordanschlag in einem Jahr. Das eine schreckliche Erkenntnis. Denn sie sagt nichts anderes, als dass Rechtsterrorismus wieder zu einer Gefahr für unser Land geworden ist und zwar zu einer Gefahr für jeden, der hier lebt.“

(Bundesaußenminister Heiko Maas in Berlin)

„Es ist schlimm, traurig, und es macht mich auch wütend, dass Deutschland 75 Jahre nach der Beendigung der Nazi-Zeit wieder mit diesem rechtsextremen Terror zu kämpfen hat. Es ist wirklich ein schlimmer Tag für Deutschland.“

(Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Donnerstag)

„Der rassistische Anschlag von Hanau ist kein Unfall. Solche Taten werden angefeuert von rechter Hetze, die von „wohltemperierter Grausamkeit“ (Höcke) und „Remigration“ redet und Menschen ihre Würde abspricht.“

(Linke-Parteichefin Katja Kipping auf Twitter)

“Wir sollten es aber nicht dabei belassen, unsere Bestürzung und Erschütterung über diese unfassbare Tat auszudrücken. (…) Unsere Sicherheitsbehörden müssen intensiv und mit aller Konsequenz den Kampf gegen rechten Terror führen. Unsere politischen Debatten dürfen sich nicht davor herumdrücken, dass es 75 Jahre nach Ende der NS-Diktatur wieder rechten Terror in Deutschland gibt. Unsere Gesellschaft ist wehrhaft und stark – und sie muss Gewalt und Terror geschlossen entgegentreten.”

(Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) am Donnerstag zur Deutschen Presse-Agentur)

„Das ist weder rechter noch linker Terror, das ist die wahnhafte Tat eines Irren. Jede Form politischer Instrumentalisierung dieser schrecklichen Tat ist ein zynischer Fehlgriff. Es sollen stattdessen alle Menschen unseres Landes gemeinsam mit den Angehörigen um die Opfer trauern.“

(AfD-Chef Jörg Meuthen auf Twitter)

“Der offenbar rassistische Terror von Hanau erschüttert mich. Wir sind in Gedanken bei den Opfern und ihren Familien. Dem Rechtsextremismus müssen wir uns mit aller Entschlossenheit entgegen stellen.”

(FDP-Chef Christian Lindner auf Twitter.)

„Wahllos werden Gäste einer Shisha-Bar erschossen. Je mehr man heute früh über den Anschlag erfährt, umso fassungsloser muss man werden. Dieser Altweiberfastnachtstag, an dem man sonst fröhlich ist, wird zurecht ein stiller.“

(Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) auf Twitter)

„Dieser Terror hat nur ein Ziel: unsere Gesellschaft zu spalten und den Keim für eine Spirale des Hasses zu legen. Dem treten wir entschlossen entgegen, mit allen Mitteln eines wehrhaften Rechtsstaats. Nur so lässt sich unsere Freiheit verteidigen, nur so lässt sich der rechtsextreme Sumpf austrocknen, aus dem offenbar auch dieser Täter stammt.“

(Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in einer Mitteilung)

„Hanau: Mindestens 11 Tote und mehrere Schwerverletzte bei Angriff auf Shisha-Bar. Ist das wirklich noch das 2017 von der Merkel-CDU beschworene „Deutschland in dem wir gut und gerne leben“?“

(Der Berliner AfD-Fraktionschef Georg Pazderski auf Twitter)

„Nach NSU, dem Mord an Walter Lübcke und Halle wird erneut deutlich: Nach dem Sagbaren kommt das Machbare, dem Angriff auf die Menschlichkeit folgt der Angriff auf den Menschen. Rechter Terror ist Realität in Deutschland. Rechtsextreme Netzwerke sind Realität in Deutschland. (…) Nennen wir sie also beim Namen, statt beschwichtigend von „Schießereien“ oder „Einzeltätern“ oder „Fremdenfeindlichkeit“ zu reden. Handeln wir endlich entsprechend.“

(Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth in einer Mitteilung)

„Wenn sich bewahrheitet, was jetzt bekannt geworden ist, dann ist diese Gewalttat ein trauriger Beleg für die brutalen Konsequenzen des Gifts, das rechtspopulistische und rechtsextreme Kreise zu streuen versuchen. Wer Rassismus und Ausländerfeindlichkeit sät, der muss auch damit rechnen, dass daraus brutale Gewalt erwächst.“

(Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, in einer Mitteilung.)

„Wir müssen konsequent handeln. Wir müssen konsequent für unseren Rechtsstaat, für unsere Demokratie einstehen. (…) Wir müssen dafür sorgen, dass das Kimna von Hass (…) ausgetrocknet wird.

(Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) im ZDF-„heute journal“)

„Ich bin entsetzt und erschüttert über das schreckliche Verbrechen in Hanau. Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Hinterbliebenen. Die Hintergründe dieses rechtsextremen Anschlags müssen jetzt schonungslos aufgeklärt werden.“

(Der ehemalige Unionsfraktionsvorsitzende Friedrich Merz auf Twitter)

RND/dpa