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Zekeriya Altug, Sprecher des Koordinationsrates der Muslime, Burhan Kesici, Vorsitzender des Islamrats für die Bundesrepublik Deutschland, und Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrates der Muslime in Deutschland (links nach rechts), äußern sich vor der Bundespressekonferenz zu weiteren Entwicklungen nach dem rechtsextremen Anschlag in Hanau mit mehreren Toten. Quelle: Wolfgang Kumm/dpa

Islam-Verbände fordern mehr Polizeischutz für Moscheen

Nach dem rechtsextremen Anschlag von Hanau haben Vertreter von Islam-Verbänden mehr Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz von Moscheen gefordert. Sie richteten außerdem Vorwürfe an die Politik. Islamfeindlichkeit müsse deutlicher als Problem benannt werden.

Berlin. Vertreter der Islam-Verbände haben deutsche Politiker nach der Bluttat in Hanau aufgerufen, Islamfeindlichkeit klar als Problem zu benennen und mehr Sicherheitsmaßnahmen für Moscheen gefordert. Er habe von den Politikern auch nach dem Anschlag “diese klare Haltung vermisst”, sagte der Sprecher des Koordinationsrates der Muslime, Zekeriya Altug, am Freitag in Berlin. Er hätte sich gewünscht, dass bei den Gedenkveranstaltungen in Hanau deutlich benannt worden wäre, dass die Opfer Muslime waren. Es sei zwar gesagt worden, “dass man zusammenstehen möchte, aber nicht mit wem”.

Die migrationspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Filiz Polat, sagte: „Es ist Aufgabe der Politik, aber vor allem dieser Bundesregierung, ein gesellschaftliches Klima zu schaffen, in der die Einwanderungsgesellschaft als Bereicherung anerkannt wird.“

Zentralrat der Muslime schließt sich Forderung an

Zur Frage der Sicherheit vor rassistischen Angriffen fügte Altug hinzu, zusätzliche Schutzmaßnahmen für Moscheen seien notwendig. Das bedeute aber nicht, dass künftig vor jeder Moschee ein Polizist stehen müsse. Denn antimuslimische Rassisten würden sich dann nur andere Orte aussuchen, um Muslime anzugreifen. “Die Shisha-Bars waren ja nicht willkürlich gewählt”, sagte er.

In Hanau hatte ein 43 Jahre alter Deutscher am Mittwoch in zwei Shisha-Bars das Feuer eröffnet, neun Menschen starben. Der mutmaßliche Todesschütze soll in seiner Wohnung auch seine Mutter erschossen haben, bevor er sich selbst tötete.

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) verlangte auch vor dem Hintergrund der akuten Bedrohungssituation, dass es vor den Moscheegemeinden auch „sichtbaren Schutz“ gebe, etwa durch einen Polizeiwagen, wie der Vorsitzende Aiman Mazyek sagte. Dies sei vor allem zu den wichtigsten Gebetszeiten und vor Moscheen nötig, auf die es in der Vergangenheit schon Übergriffe gegeben habe. Die Muslime seien in dieser Frage gespalten, sagte der Vorsitzende des Islamrates: „Es gibt auch viele, die sich dadurch gestört fühlen würden.“

RND/dpa