Aktuell
Home | Nachrichten | Politik | Hanau: Winnenden-Opfer für verschärftes Waffenrecht
Eine Waffenbesitzkarte, eine Pistole und Munition (Symbolfoto) Quelle: Patrick Pleul/zb/dpa

Hanau: Winnenden-Opfer für verschärftes Waffenrecht

Nach dem rassistischen Anschlag von Hanau wird erneut über das Waffenrecht diskutiert. Die Vorsitzende des Aktionsbündnisses Amoklauf Winnenden, Gisela Mayer, fordert Korrekturen. So müsse dafür gesorgt werden, dass erwiesenermaßen psychisch Kranke nicht in den Besitz von Waffen kämen.

Berlin. Die Vorstandsvorsitzende der Stiftung gegen Gewalt an Schulen/Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden, Gisela Mayer, hat nach dem rassistischen Anschlag von Hanau Konsequenzen beim Waffenrecht gefordert.

“Es war bekannt, dass der Täter psychisch krank war”, sagte sie dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). “Außerdem war bekannt, dass er Waffen besaß. Solche Informationen müssen zusammengeführt werden. Denn solche Menschen wird es immer wieder geben. Sie dürfen nicht in den Besitz von Waffen kommen.”

Mayer fügte hinzu: “Überdies dürfen Waffen und Munition nie in Privathaushalten aufbewahrt werden; sie können immer in falsche Hände kommen. Diese unsere Forderung bleibt genauso bestehen wie die Forderung nach einer regelmäßigen Überprüfung der Waffenbesitzer.” Ihr sei “klar, dass das mühsam ist”, betonte die Vorsitzende. “Trotzdem muss es sein. Es kann nämlich immer wieder Ereignisse im Leben geben, die jemanden aus der Bahn werfen.”

Tochter verloren

So traurig der Anschlag von Hanau sei, sagte Mayer dem RND, so seien doch viele bisherige Erkenntnisse aus ähnlichen Fällen bestätigt worden. Sie hatte bei dem Amoklauf in Winnenden 2009 ihre Tochter verloren. Der Täter befand sich in psychotherapeutischer Behandlung. Die Waffe stammte von dessen Vater, einem Schützen.

In der Nacht auf Donnerstag hatte der 43-jährige Tobias R. im südhessischen Hanau neun Menschen erschossen. Er und seine 72 Jahre alte Mutter wurden anschließend tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Der Generalbundesanwalt sprach von einer “zutiefst rassistischen Gesinnung” des mutmaßlichen Täters, der offenbar psychisch krank und Mitglied eines Schützenvereins war.

 

Von Markus Decker/RND