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Ein südkoreanischer Soldat, der einen Schutzanzug trägt, sprüht Desinfektionsmittel, um die Ausbreitung des Coronavirus auf einer Straße in Daegu zu verhindern. Quelle: Kim Hyun-Tai/YONHAP via AP/dpa

Coronavirus: Südkorea und USA verschieben Militärmanöver

Die Ausbreitung des Coronavirus’ wirkt sich auch auf die Verteidigung aus. Südkorea und die USA haben jetzt ihre jährlichen gemeinsamen Militärübungen verschoben. Im südkoreanischen Militär sind 21 Fälle des Virus Sars-CoV-2 bekannt.

Seoul. Aus Sorge vor dem neuartigen Coronavirus haben Südkorea und die USA ihre jährlichen gemeinsamen Militärübungen verschoben. Das teilten Südkoreas Generalstabschef und das US-Militär in dem ostasiatischen Land am Donnerstag gemeinsam mit.

Im südkoreanischen Militär sind 21 Fälle des Virus Sars-CoV-2 bekannt, unter den rund 28 500 US-Soldaten in Südkorea ist eine Person infiziert.

In Südkorea haben sich rund 1600 Menschen mit dem neuen Coronavirus infiziert. Es ist der größte Ausbruch des Virus außerhalb des chinesischen Festlands. Die US-Soldaten in dem Land sind von einer Infektion besonders gefährdet, weil sie auf ihren Stützpunkten eng beieinander wohnen.

Bei einer Pressekonferenz teilten Militäroffiziere der beiden Länder mit, dass ihre für die erste Jahreshälfte geplanten Militärübungen bis auf Weiteres verschoben würden. Die großen Frühlings-Übungen hätten im März abgehalten werden sollen.

Südkorea hat erst vor kurzem 9570 Soldaten unter Quarantäne gestellt und den meisten seiner verpflichteten Soldaten verboten, ihre Stützpunkte zu verlassen. Das US-Militär hat einige Einrichtungen auf mehreren Stützpunkten geschlossen und seine Angehörigen aufgefordert, auf Händeschütteln und große Versammlungen nach Möglichkeit zu verzichten.

Die beiden Länder hatten ihre normalen Militärübungen zuvor ausgesetzt oder reduziert, um Nordkorea zur atomaren Abrüstung zu bewegen. Das Land betrachtet die Übungen als Probe einer Invasion.

Nordkorea hat noch nicht öffentlich eigene Fälle des Virus gemeldet. Viele Experten glauben, dass das Land wahrscheinlich auch seine Militärübungen reduziert habe, weil es sich mit einer Abwehr des Virus befasse.

RND/cle/AP