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Kann das Abitur in diesem Jahr überhaupt stattfinden? Quelle: Armin Weigel/dpa

Corona-Krise: GEW hält Notabitur für möglich

Die geschlossenen Schulen sind insbesondere für die diesjährigen Abiturienten ein Problem. Was, wenn es am Ende gar keine Prüfungen geben kann? Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert, den Schülern dürfe kein Nachteil entstehen.

Berlin. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hält ein Notabitur ohne eigene Prüfungen für denkbar. “Entscheidend ist, dass die Schülerinnen und Schüler keine Nachteile haben und die Schulzeit nicht verlängert wird”, sagte Ilka Hoffmann, GEW-Vorstandsmitglied für den Bereich Schule, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). “Ein sogenanntes Notabitur ist dabei eine Lösung”, setzte sie hinzu. “Eine Ausnahmesituation wie die Corona-Krise verlangt besondere Regelungen.”

Hoffmann erläuterte: “Der Großteil der Punkte, die in die Abiturnote einfließen, wurde ja schon in den Kursen in der Oberstufe erworben.” Diese Noten könnten – wenn keine Prüfungen möglich seien – auch allein die Grundlage für die Abiturnote sein, sagte sie.

Hochschulen sollen flexibel sein

“Eine andere Möglichkeit ist, die Prüfungen zu verschieben, soweit das möglich ist”, sagte Hoffmann. In manchen Bundesländern wie Rheinland-Pfalz seien die Prüfungen schon gelaufen. “Die Kultusminister müssen sich auf bundesweite Regelungen für die gegenseitige Anerkennung der Abiturzeugnisse verständigen”, forderte das GEW-Vorstandsmitglied. “Auch die Hochschulen und Ausbildungsbetriebe sollten flexibel auf die besondere Situation reagieren.”

Nach dem Willen der GEW darf das Schuljahr auf keinen Fall annulliert werden. “Das Schuljahr muss auf alle Fälle gelten”, sagte Hoffmann. Schulzeitverlängerungen und Klassenwiederholungen wegen der Schulschließungen lehne die GEW ab, sie seien nicht notwendig. Die meisten Bundesländer hätten in den Hauptfächern Kernlehrpläne, die nach Kompetenzbereichen und nicht nach formalen Wissensstoff aufgebaut seien. “Daher gibt es genug Flexibilität, Unterrichtsstoff in das nächste Schuljahr zu verlagern”, sagte Hoffmann. “Die Schulen brauchen die Rückendeckung der Kultusministerien, wenn sie flexible und kreative Maßnahmen ergreifen.”

Von Tobias Peter/RND