Aktuell
Home | Nachrichten | Politik | Rizin-Bombenbauer: Islamist zu zehn Jahren Haft verurteilt
Der Angeklagte im Prozess um den Bau einer Bombe mit dem Supergift Rizin für einen islamistischen Terroranschlag - bei einer Verhandlung im Sommer 2019. Quelle: Federico Gambarini/dpa

Rizin-Bombenbauer: Islamist zu zehn Jahren Haft verurteilt

Ein Islamist, der einen Anschlag mit dem biologischen Kampfstoff Rizin in Köln geplant hatte, ist zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Ein Verfahren gegen seine Ehefrau war zuvor von dem Prozess abgetrennt worden. Der Anschlag wäre der erste mit einer sogenannten ABC-Waffe in Deutschland gewesen.

Düsseldorf. Für den Bau einer Bombe mit dem biologischen Kampfstoff Rizin in Köln ist ein 31-jähriger Islamist zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht sprach den Tunesier Sief Allah H. (31) am Donnerstag der Herstellung einer biologischen Waffe und Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat schuldig.

Sief Allah H. (31) hat nach Überzeugung der Ankläger im dicht besiedelten Köln-Chorweiler einen Anschlag mit einer biologischen Waffe vorbereitet. “Zum ersten Mal standen Angeklagte in Deutschland vor Gericht, die einen Anschlag mit einem biologischen Kampfstoff vorbereitet haben”, so die Vertreterin der Bundesanwaltschaft.

Tunesier wollte sich am Dschihad beteiligen

Der Tunesier habe einen Treueeid auf den damaligen IS-Anführer geleistet und sich von IS-Hintermännern beim Bau der Bombe anleiten lassen. Zuvor habe er vergeblich versucht, sich in Syrien am Dschihad zu beteiligen. Das Ehepaar habe Tausende Rizinus-Samen gekauft und daraus das hochgiftige Rizin gewonnen.

Außerdem hätten sie 250 Stahlkugeln beschafft und Sprengstoff hergestellt. Diverse Zünder seien im Bau gewesen, als die Polizei zuschlug. Die Anschlagsvorbereitungen seien weit fortgeschritten gewesen. Die Bombe hätte eine möglichst große Zahl Menschen in einem geschlossenen Raum töten sollen.

Wäre erster Terroranschlag mit ABC-Waffe in Deutschland gewesen

Zuvor war das Verfahren gegen seine deutsche Ehefrau abgetrennt worden. Das Gericht warf ihren Verteidigern Prozessverschleppung vor.

Das Ehepaar soll gemeinsam einen islamistischen Anschlag geplant und arbeitsteilig an der Bombe gebaut haben. Dem 31-jährigen Tunesier und seiner deutschen Frau wird seit Juni 2019 am Oberlandesgericht Düsseldorf der Prozess gemacht. Es wäre der erste Terroranschlag mit einer sogenannten ABC-Waffe in Deutschland gewesen.

RND/dpa