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10.10.2019, Baden-Württemberg, Karlsruhe: Eine Person wird von Polizisten aus einem Hubschrauber gebracht. Am 10.10.2019 soll beim Bundesgerichtshof (BGH) die Haftprüfung des mutmaßliche Rechtsextremisten Stephan B., der vermutlich am 09.10.2019 in Halle die Synagoge mit Waffengewalt stürmen wollte und dabei zwei Menschen erschossen haben soll, stattfinden. Foto: Uli Deck/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Quelle: Uli Deck/dpa

Bericht: Halle-Attentäter bedauert, nur zwei Menschen getötet zu haben

Nur knapp waren im Oktober etliche jüdische Menschen in der Synagoge von Halle einem Blutbad entkommen. Laut einem Bericht bedauerte der Attentäter in seinem Geständnis, nicht mehr Menschen als zwei getötet zu haben. Auch seien es in seinen Augen die falschen Opfer gewesen.

Karlsruhe. Der Attentäter von Halle hat laut einem Medienbericht in seinem ausführlichen Geständnis bedauert, zu wenige Menschen getötet zu haben und außerdem die falschen. Als er die deutschen Namen seiner Opfer gehört habe, sei er zusammengezuckt, berichteten NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“. Er habe es in erster Linie auf Juden abgesehen gehabt. Dann sei er auf „Nahöstler“ in einem Dönerladen ausgewichen. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe äußerte sich dazu am Montag auf Anfrage nicht.

Blutbad in Halle: Stephan B. tötet zwei Menschen am Feiertag Jom Kippur

Stephan B. hatte am 9. Oktober versucht, in der Synagoge von Halle ein Blutbad anzurichten. Dort hatten sich die Menschen versammelt, um den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur zu feiern. Als B. an der Synagogentür scheiterte, erschoss er erst eine 40 Jahre alte Passantin und dann in einem nahen Dönerladen einen 20 Jahre alten Kunden. Andere Opfer wurden verletzt, oder sie konnten nur knapp entkommen. Dabei filmte B. sich und übertrug alles live im Internet.

Anklage gegen Stephan B. in den nächsten Tagen erwartet

Es wird erwartet, dass die ermittelnde Bundesanwaltschaft in den nächsten Tagen Anklage gegen den 28-Jährigen erhebt. Sie wirft ihm zweifachen Mord und versuchten Mord in mehreren Fällen vor.

B. habe den Ermittlern stolz davon erzählt, wie er sich seine Waffen selbst zusammengebaut habe, hieß es in dem Bericht. Um sich die nötigen Chemikalien besorgen zu können, habe er seine Zinnfiguren für 4000 Euro über die Internet-Plattform Ebay verkauft. B. habe auf seinem Computer zahlreiche Videos gehabt, in denen zu sehen sei, wie Menschen auf brutalste Art umgebracht werden. Einer dieser Filme soll zum Beispiel zeigen, wie Anhänger der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zwei türkische Soldaten bei lebendigem Leib verbrennen.

RND/dpa