Aktuell
Home | Nachrichten | Politik | Ende der Quarantänezeit: Angela Merkel kehrt zurück ins Kanzleramt
Namensschild am Platz von Bundeskanzlerin Angela Merkel am Kabinettstisch im Kanzleramt. In den vergangenen zwei Wochen war Merkel den Sitzungen aus ihrer Quarantäne zuhause zugeschaltet. Quelle: imago images/IPON

Ende der Quarantänezeit: Angela Merkel kehrt zurück ins Kanzleramt

Zwei Wochen lang hat Bundeskanzlerin Angela Merkel nun im Home Office gearbeitet. Am Freitag endet offiziell die 14-tägige Quarantänezeit, die auch mal unbeabsichtigte Einblicke bot. Das Kanzleramt, in das Merkel zurückkehrt, ist leerer als sonst.

Berlin. Eines ändert sich am Freitag in der Krisenbewältigung der Bundesregierung: Die Kanzlerin ist wieder an Bord, und zwar nicht nur am Telefon, sondern höchstpersönlich. Nach 14-tägiger Quarantäne wegen des Kontakts zu einem Corona-Infizierten kehrt Angela Merkel aller Voraussicht nach nun wieder zurück ins Kanzleramt.

Im Homeoffice in ihrer Berliner Wohnung hat sie weiter gearbeitet. Sie hat mit Amtskollegen aus anderen Ländern telefoniert und Videokonferenzen abgehalten, auch mal mehrere Stunden am Stück.

Auch die Kabinettssitzungen leitete Merkel aus der Ferne weiter – während die Minister sich im ausnahmsweise Internationalen Saal des Kanzleramts versammelten, in dem mehrere leere Stühle zwischen zwei Personen passen. Wichtige Dokumente wurden der Kanzlerin nach Hause gebracht.

+++ Immer aktuell: Hier geht’s zum Corona-Liveblog +++

Mal umständlich, mal kurios

Nur öffentlich sichtbar war Merkel in dieser Zeit nicht mehr. Alle Pressekonferenzen oder Statements fanden ohne Bild statt, Journalisten wurden für Fragen per Telefon zugeschaltet.

Ein bisschen umständlicher als sonst war das, ein bisschen kurioser zuweilen auch: Wegen starker Nebengeräusche in der Leitung musste Merkel am Mittwoch ihr Pressestatement nach einer Absprache mit den Ministerpräsidenten wiederholen. Zu hören war in der Wartezeit ein ungeduldiger bayerischer Ministerpräsident Markus Söder.

„Ich muss leider nochmal losleiern“, verkündete Merkel schließlich – und ließ damit einen kleinen Blick auf die gerne mal schnodderige nicht-offizielle Kanzlerin zu.

Corona-Kabinett und Task-Force

Im ohnehin weitläufigen Kanzleramt mit seinen weiten Fluren ist es nun gerade einsamer als sonst. Viele Mitarbeiter arbeiten von zuhause. Kanzleramtsminister Helge Braun, Merkels wichtigster Krisenmanager, hält die Stellung. Er telefoniert täglich mit den Staatskanzleichefs der Länder.

Es gibt ein Corona-Kabinett mit den von der Krise am meisten betroffenen Ministern. Eine Taskforce kümmert sich um akute Probleme, wenn Lieferungen von Schutzmasken irgendwo hängen bleiben.

Für vieles ist der Bund eigentlich gar nicht zuständig, nicht für die Krankenhäuser, nicht für die Polizei, nicht für den Katastrophenschutz. Und trotzdem muss versucht werden, alles irgendwie zusammenzubinden.

 

Von Daniela Vates/RND