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St. Paul: Ein Polizist mit Gasmaske feuert Tränengas auf Demonstranten während eines Protests auf der Straßenkreuzung von East Lake Street und Hiawatha Avenue. Der Auslöser für die Proteste war der Tod des Afroamerikaner George Floyd infolge eines brutalen Polizeieinsatzes in Minneapolis gewesen. Quelle: John Minchillo/AP/dpa

Tod von George Floyd: Hunderte Demonstranten festgenommen

Die Demonstrationen nach dem Tod von George Floyd gehen ungebrochen weiter. Alleine in Los Angeles wurden zeitweise 533 Menschen festgenommen. Donald Trump fordert von den örtlichen Behörden noch härteres Vorgehen.

Los Angeles. Bei Protesten nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd sind in der kalifornischen Großstadt Los Angeles 533 Menschen zeitweise festgenommen worden. Alle bis auf 18 Verdächtige seien inzwischen wieder auf freiem Fuß, erklärte Polizeisprecher Michael Chan am Samstag. Sechs Polizeibeamte seien verletzt worden. Die Festnahmen bei den Protesten in der Nacht zu Samstag seien unter anderem wegen des Verdachts auf Plünderung, Einbrüche, Verstoß gegen Bewährungsauflagen und versuchten Mord erfolgt. Für das restliche Wochenende wurde in der Stadt mit neuen Demonstrationen gerechnet.

In Chicago im Bundesstaat Illinois waren dem Sender CNN zufolge mehr als 100 Menschen zeitweise festgenommen worden, in New York waren es der Polizei zufolge rund 200. In vielen Städten in den USA ist es nach dem Tod Floyds infolge eines Polizeieinsatzes im Bundesstaat Minnesota zu friedlichen Protesten – aber auch zu gewaltsamen Ausschreitungen – gekommen.

Angesichts anhaltender Demonstrationen hat der US-Bundesstaat Texas zur Unterstützung der örtlichen Polizei zusätzlich mehr als 1500 Beamte in mehrere Großstädte entsandt. Die Bürger könnten ihr Recht auf freie Meinungsäußerung nutzen, aber die öffentlich Ordnung und Privatbesitz müssten geschützt werden, erklärte Gouverneur Greg Abbott am Samstag. Die zusätzlichen Kräfte unterstützten die Polizei in Houston, Dallas, San Antonio und Austin, erklärte er.

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio hat das harte Vorgehen der Polizei seiner Stadt kritisiert. Die Beamten seien „sehr heftig und grob“ gewesen und hätten auch gegen friedliche Demonstranten Pfefferspray eingesetzt, sagte de Blasio am Samstag. Der Politiker kündigte eine Untersuchung der Ereignisse an.

De Blasio verurteilte zugleich die Gewalt, die in der Nacht zu Samstag von einigen Demonstranten ausgegangen war. Manche seien mit dem Vorsatz gekommen, Polizisten zu verletzen, sagte er. „Das können wir absolut nicht hinnehmen.“

Trump droht mit “unbegrenzter Macht des Militärs”

Wegen Ausschreitungen in vielen Städten hat US-Präsident Donald Trump örtlichen Behörden mit dem Einsatz der „unbegrenzten Macht des Militärs“ gedroht. Gouverneure und Bürgermeister müssten „viel härter“ vorgehen, sonst werde die Regierung einschreiten, drohte er am Samstag über Twitter. Die Regierung sei bereit, das nötige zu tun, um die Lage unter Kontrolle zu bekommen. Dann werde es auch „viele Festnahmen“ geben, drohte er über Twitter während eines Flugs in den Bundesstaat Florida.

Trump hatte bereits kurz zuvor erklärt, er habe dem Bundesstaat Minnesota wegen der gewaltsamen Proteste die Hilfe der Streitkräfte angeboten. Die Soldaten stünden bereit und könnten „sehr schnell“ vor Ort sein, sagte Trump am Samstag im Garten des Weißen Hauses.

RND/dpa/ka