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Die Bundesregierung treibt den Ausbau des Schienennetzes für 740-Meter-Güterzüge voran.

Bundesregierung treibt Schienenausbau voran

Die Bundesregierung treibt den Ausbau des deutschen Schienennetzes für längere Güterzüge voran. Bisher unterschreiten viele Züge die Höchstlänge wegen Engpässen auf den Gleisen.

Das geht aus der Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Demnach sind derzeit bundesweit mehr als 70 Bauprojekte in zwölf Bundesländern in der Planung, um mehr Streckenabschnitte zu schaffen, auf denen so genannte 740-Meter-Güterzüge fahren können.

740 Meter sind die in der Europäischen Union erlaubte Höchstlänge für Güterzüge. Nach Expertenangaben unterschreiten jedoch rund 60 Prozent der in Deutschland verkehrenden Güterzüge diese Länge wegen Engpässen im Netz.

Notwendige Signale fehlen

So fehlen etwa notwendige Signale oder die Überholgleise sind zu kurz. Der Finanzbedarf für die Bauprojekte beläuft sich auf 405 Millionen Euro. „Die Planung für die Umsetzung der Maßnahmen wurde vom Vorhabenträger DB Netz AG bereits aufgenommen“, erklärt das Verkehrsministerium nun. Der Bund habe hierfür die erforderlichen Planungsmittel bereitgestellt, „wie auch die Mittel für die Realisierung erster Einzelmaßnahmen“.

Die FDP kritisiert die Pläne als unzureichend. „Die lange und für die deutsche und internationale Wirtschaft tragische Eisenbahn-Streckensperrung von Rastatt-Niederbühl auf einer der wichtigsten europäischen Güterzugstrecken kann sich in Deutschland leider jederzeit wieder ereignen“, sagte FDP-Verkehrspolitiker Christian Jung dem RND. Eine Tunnel-Havarie in Raststatt hatte im vergangenen Jahr zu wochenlangen Sperrungen geführt.

Bundesregierung zog keine planerischen Konsequenzen

Jung kritisiert, die Bundesregierung habe ihre Hausaufgaben nicht gemacht und keine planerischen Konsequenzen aus dem Fall gezogen. Es seien zu wenige Verlängerungen und Neubauten für Überholgleise in Deutschland geplant worden, „die frühere, seit den 1990er-Jahren abgebaute Gleisstrukturen im Güterzugbereich nicht ersetzen, obwohl wir diese in allen Regionen dringend bräuchten“.

Von RND

4 Kommentare

  1. Andreas Janowitz

    Ach was! Der Kahlschlag bei den Verladestellen ist kein Problem? Warum muss jedes Verkehrssystem für jede Güterart gleich ausgebaut werden? Sollten Container etwa schneller und besser auf der Schiene, Schüttgüter besser auf Binnenschiffen transportiert werden?
    Ja bei Reaktionszeiten von 30 Jahren und mehr ist es fast egal, überhaupt irgendwelche Entscheidungen zu treffen, aber wozu gibt es dann bitteschön den zugehörigen Apperat?

  2. „Bundesregierung treibt Schienenausbau voran“ .. ja auf dem Papier und in der Presse !
    Die Bahn hat bisher im Gütertransport auf der Schiene versagt. Schienengüterverkehr wurde doch systematisch abgebaut. Von der geheimen Streichliste der DB CARGO ist jeder vierte Güterbahnhof betroffen. Reutlingen hat 10 Jahre mit der Bahn prozessiert um das Gelände des stillgelegten Güterbahnhofs zu übernehmen und Schienenverkehr wieder möglich zu machen ! Spediteure berichten über Schwierigkeiten, Güter per Bahn zu transportieren. Dafür verstopfen LKW die Autobahnen und Autofahrer sind verärgert.

    • wie wäre es nicht soviel aus china zu bestellen? es würde verkehrvermeidung bedeuten. die umwelt wird es danken und geld wird auch eingespart.

  3. Karsten Hilsen

    Seit mehreren Jahren werden Planungen konkretisiert, die Standard-Länge der Güterzüge von ca 740m
    auf ca, 1500m zu verdoppeln.
    Das würde, bei sonst gleichbleibenden Voraussetzungen, wie Anzahl und Geschwindigkeit der Züge, die Lärmbelastung für Anwohner von Güterzugstrecken erheblich vergrößern.
    Die angepeilte Verdoppelung der Güterzuglänge ist auch relevant in Bezug auf auf Angaben der Bahn im Dialog mit
    betroffenen Bürgern.
    Dort werden von der Bahn stets die prognostizierte Anzahl der Güterzüge genannt. Die geplante Verdoppelung ihrer Länge wird bisher nirgendwo erwähnt.

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