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Privat ist privat: Mitarbeiter müssen nicht ständig arbeitsbereit sein.

Mitarbeiter müssen Handynummer nicht rausgeben

Auch wenn der Chef es verlangt: Beschäftigte müssen ihre private Handynummer bei der Arbeit nicht mitteilen. Das hat das Thüringer Landesarbeitsgericht entschieden. Die Richter begründeten ihre Entscheidung auch mit dem Recht auf Freizeit.

Mitarbeiter müssen ihrem Chef nicht ihre private Handynummer mitteilen. Das hat das Thüringer Landesarbeitsgericht entschieden. Die Weitergabe der Handynummer komme einer ständigen Arbeitsbereitschaft gleich, begründeten die Richter ihre Entscheidung laut dem MDR. Der Beschäftigte könne in seiner Freizeit aber selbst darüber bestimmen, für wen er erreichbar sein wolle. Die Pflicht zur Angabe der privaten Handynummer sei ein Eingriff in die informationelle Selbstbestimmung des Mitarbeiters.

Abmahnung ist nicht rechtmäßig

Verhandelt wurde die Klage von Mitarbeitern des kommunalen Gesundheitsamtes gegen den Landkreis Greiz. Der Kreis hatte die Bereitschaftszeiten neu organisiert und von seinen Beschäftigten verlangt, auch außerhalb der Dienstzeiten für die Rettungsleitstelle erreichbar zu sein.

Zwei Mitarbeiter hatten sich dagegen zur Wehr gesetzt und nur ihre privaten Festnetznummern, nicht aber ihre Handynummern angegeben. Daraufhin bekamen sie vom Arbeitgeber eine Abmahnung, gegen die sie Klage einlegten. Das Landesarbeitsgericht gab ihnen recht und bestätigte damit ein Urteil des Arbeitsgerichts Gera von 2017. Nur unter besonderen Bedingungen und in engen Grenzen habe ein Arbeitgeber das Recht auf Kenntnis der privaten Handynummer eines Angestellten.

Von dpa/RND/ang

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