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Die Verbraucherzentrale plädiert für eine Farb-Kennzeichnung von Lebensmitteln.

So sollen Verbraucher gesündere Entscheidungen treffen

Mit einer Farbkennzeichnung auf jeder Verpackung sollen Verbraucher Müslis oder Fertigpizzen auf einen Blick miteinander vergleichen können. Die Verbraucherzentralen orientieren sich dabei an Frankreich.

Die Verbraucherzentralen machen sich für eine einfache Farb-Kennzeichnung auf Lebensmittelpackungen stark, um eine gesündere Ernährung zu erleichtern. Das in Frankreich eingeführte System Nutri-Score biete die Chance, positive und negative Elemente von Fertigprodukten in einem einzigen Wert erkennbar zu machen, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller. Es ermögliche zudem, nach langem Streit um Nährwert-Kennzeichnungen aus „den Schützengräben der Vergangenheit“ herauszukommen. Die Bundesregierung solle daher zügig ein Modell nach diesem Vorbild auf den Weg bringen. „Die Zeit drängt“, sagte Müller.

Das 2017 in Frankreich eingeführte Nutri-Score-System besteht aus einer fünfstufigen Farbskala mit Buchstaben – von dunkelgrün mit einem „A“ für die günstigste Nährwertbilanz bis dunkelorange oder rot mit einem „E“ für die ungünstigste. Das zutreffende Feld wird dann auf der Packung größer hervorgehoben. Diese Darstellung in einem Wert sei ein Schritt nach vorn, betonte der vzbv-Chef. Verrechnet würden dabei der Gehalt problematischer Bestandteile wie Zucker, Salz und Fett, aber auch positive Bestandteile wie Ballaststoffe, Proteine, Früchte und Gemüse. Hersteller können das Logo freiwillig verwenden.

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„Verbraucher wollen einfach und schnell informiert werden“, sagte Müller. „Sie wollen sich zwischen verschiedenen Fertigpizzen oder Frühstückscerealien entschieden können – welches ist das, was für sie am besten und am gesündesten ist?“ Mit einer Regelung für Nutri-Score sei auch ein Flickenteppich diverser Nährwert-Logos zu vermeiden.

In diesem Jahr werden politische Klärungen zur Zukunft solcher Kennzeichnungen in Deutschland erwartet. Union und SPD wollen laut Koalitionsvertrag bis zum Sommer ein Modell erarbeiten, bei dem der Nährwert-Gehalt „gegebenenfalls vereinfacht visualisiert wird“. Dazu hat Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) Vorschläge angekündigt. Bereits zu Jahresbeginn wollen die Hersteller Danone und Iglo mit dem Nutri-Score-Logo auf ersten Produkten in Deutschland starten.

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Von RND/dpa/ngo