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Der Bugspriet des in Reparatur befindlichen Segelschulschiff der Deutschen Marine, der "Gorch Fock", schaut im Dock unter den Planen hervor.

„Gorch Fock“-Werft will Insolvenz anmelden

Die schlechten Nachrichten rund um die Sanierung der „Gorch Fock“ reißen nicht ab. Nun will auch noch die Werft, die mit der Sanierung des Marine-Segelschulschiffs beauftragt ist, Insolvenz anmelden.

Die mit der Sanierung des Marine-Segelschulschiffs „Gorch Fock“ beauftragte Elsflether Werft AG wird an diesem Mittwoch einen Insolvenzantrag stellen. Das teilte der neue Vorstandschef Axel Birk in Elsfleth mit. Ziel sei ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Die Werft hat nach RND-Informationen Außenstände in zweistelliger Millionenhöhe.

Wie es nach einer möglichen Insolvenz weiter geht, ist offen. Eine Insolvenz bedeutet nicht, dass das Unternehmen aufgelöst werden muss. Möglich wäre auch, dass Unternehmensleitung und Gläubiger sich verständigen und der Geschäftsbetrieb weitergeht.

Kosten für „Gorch Fock“ sind explodiert

Die Kosten für die Sanierung des Dreimast-Seglers sind viel höher als ursprünglich veranschlagt. Ursprünglich waren zehn Millionen Euro vorgesehen, dann wurde auf 75 Millionen Euro erhöht, inzwischen ist der Kostenansatz auf bis zu 135 Millionen Euro gestiegen. Bis zum 2. Januar 2019 waren bereits rund 69 Millionen Euro ausgegeben worden.

Planungsfehler der Marine, Kritik des Rechnungshofs, ein Korruptionsverdacht und die Absetzung der Werftleitung machen die Sanierung zu einem Problem für Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU).

Fünf Werften hatten sich um Auftrag beworben

Um den Auftrag hatten sich fünf deutsche Werften beworben, die alle für die Sanierung des Großseglers geeignet sind.

Einer Auflistung der Bundesregierung nach unterhalten auch andere Nato-Länder wie Italien, Rumänien, Polen, die USA, Dänemark und Norwegen Segelschulschiffe – teils im Rahmen der Handelsmarine. Andererseits setzen Seefahrernationen wie Großbritannien oder die Niederlande nicht auf eine Segelausbildung ihrer Marinekadetten.

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Von RND/dpa/jad