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Gefährliches Zeug? Roundup, eineUnkrautvernichter von Monsanto, steht in einem Regal in einem Baumarkt in Los Angeles

Krebs-Urteil: Bayer-Aktie stürzt ab

Eine Schlappe in einem richtungweisenden Glyphosat-Prozess in den USA schickt die Bayer-Aktie in den freien Fall. Das Papier verlor am Vormittag bis zu 12 Prozent. Eine Jury in San Francisco hatte eine Entscheidung in einem Krebs-Prozess gefällt.

Eine Geschworenen-Jury in San Francisco hat einstimmig entschieden, dass der Monsanto-Unkrautvernichter Roundup mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat ein wesentlicher Faktor für die Lymphdrüsenkrebs-Erkrankung des Klägers Edwin Hardeman gewesen sei.

Der deutsche Bayer-Konzern hatte Monsanto 2018 für 63 Milliarden US-Dollar (mehr als 50 Milliarden Euro) übernommen. Die Aktie stürzte im frühen handel am Mittwoch um zwölf Prozent auf 61 Euro ab. Vor der Übernahme hatte das Papier noch 100 Euro gekostet.

Viele Tausend Klagen sind anhängig

Für Bayer dürfte es nun nur noch darum gehen, den Schaden zu begrenzen, sagte Analyst Gunther Zechmann von Bernstein Research. Mit Blick auf die zweite Prozessphase sei das Schlimmste zu befürchten.

Analyst Michael Leacock sagte, die Wahrscheinlichkeit steige, dass Bayer und die im Zentrum der Klagen stehende US-Saatguttochter Monsanto eine große Zahl der vielen tausend Glyphosat-Klagen verlieren könnte. Bis Ende Januar wurden Monsanto in den USA glyphosatbezogene Klagen von etwa 11 200 Klägern zugestellt.

Hat Bayer die Monsanto-Risiken unterschätzt?

Bayer zeigte sich in einer ersten Stellungnahme zwar enttäuscht von der Entscheidung, bleibt aber davon überzeugt, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse bestätigen, dass glyphosatbasierte Herbizide keinen Krebs verursachten. Doch auch angesichts des fallenden Aktienkurses werden die Fragen an Bayer-Chef Werner Baumann lauter, ob er die Risiken beim Kauf von Monsanto unterschätzt hat.

Die Hauptversammlung wird turbulent

Entsprechend harsch dürfte die Kritik auf der Bayer-Hauptversammlung am 26. April ausfallen. So bezeichnete Christian Strenger von der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex den Monsanto-Kauf in einem dem „Manager Magazin“ vorliegenden Brief unlängst als „den größten und schnellsten Wertvernichter der Dax-Geschichte“. Strenger fordert demnach die übrigen Aktionäre auf, Baumann und seinen Vorstandskollegen die Entlastung zu verweigern.

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Von RND/dpa