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Flugbegleiter von Lufthansa-Töchtern Eurowings und Germanwings stehen mit Fahnen der Gewerkschaft UFO (Unabhängige Flugbegleiter Organisation) bei einer Kundgebung vor der Unternehmenszentrale. Quelle: Oliver Berg/dpa

Bei Lufthansa-Töchtern drohen noch im Sommer unbefristete Streiks

Im Konflikt mit Lufthansa will die Flugbegleiter-Gewerkschaft nun verkünden, wann sie bei den Lufthansa-Töchtern Eurowings und Germanwings zu einer Urabstimmung über einen unbefristeten Streik aufrufen wird. Dieser könnte „sehr rasch“ auf die Abstimmung folgen.

Frankfurt/Main. Zwischen dem Lufthansa-Konzern und der Unabhängigen Flugbegleiter-Organisation (UFO) bleiben die Fronten verhärtet. Die Gewerkschaft verkündet an diesem Freitag, wann der Aufruf an die Flugbegleiter bei den Lufthansa-Töchtern Eurowings und Germanwings zu einer Urabstimmung über einen unbefristeten Streik erfolgt, wie die „Süddeutsche“ berichtet. Laut dem stellvertretenden UFO-Vorsitzenden Daniel Flohr „wird das mit Sicherheit noch im Juli sein“, Danach könnte „sehr rasch“ ein Streik folgen, wie er der Zeitung sagte.

Der Konzern und die Gewerkschaft befinden sich im Streit um zwei Tarifverträge. In dem einen geht es um die Wahl und die Kompetenzen einer Personalvertretung für die fliegenden Mitarbeiter, in dem anderen um eine Regelung der Teilzeitarbeit. Zwar sollen die Verträge zu Ende verhandelt sein, aber der Lufthansa-Vorstand traf vor ein paar Wochen den Beschluss, auf weitere Gespräche mit der UFO wegen interner Querelen zu verzichten. Bei Ufo gab es in den vergangenen Monaten einen heftigen internen Führungsstreit, in dem Chef Nicoley Baublies und weitere Vorstände zurücktraten.

Gewerkschaft kritisiert Lufthansa-Entscheidung heftig

Die Lufthansa verlangt von der UFO eine Antwort auf die Frage, wer überhaupt vertretungsberechtigt sei, da sie an der satzungsgemäßen Zusammensetzung des jetzigen Vorstandes zweifelt. Eine Lufthansa-Sprecherin betonte, man stehe weiter zur Tarifpartnerschaft. „Hierzu brauchen wir einen zuverlässigen Tarifpartner.“ Derzeit sei nicht erkennbar, „wann und wie Ufo ihrer Rolle als berechenbarer, konstruktiver Tarifpartner wieder gerecht werden kann. Daher finden aktuell keine Gespräche statt.“

Die Gewerkschaft kritisiert diese Entscheidung heftig. „Einseitig elementare, längst beschlossene Regelungen für die Kolleginnen und Kollegen zu verhindern, ist nicht zu akzeptieren“, so der stellvertretende Ufo-Vorsitzende Flohr. Das „Verhandlungsembargo“ sei inakzeptabel und werde „konkrete Auswirkungen“ in den Konzern-Flugbetrieben haben. Die Ufo-Vorsitzende Sylvia De la Cruz sagte: „Ab diesem Punkt ist nichts mehr auszuschließen.“

Im März hatte Ufo Tarifverträge mit Lufthansa gekündigt und drei Monate vor Ende der Friedenspflicht per 30. Juni mit einem Streik des Kabinenpersonals im Sommer gedroht. Lufthansa hatte die Kündigungen jedoch nicht anerkannt.

Von RND/ak/dpa