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Momentan bewegt sich nichts auf dem Firmengelände: Der Wursthersteller Wilke aus Nordhessen geht aber gegen die Insolvenz vor. Quelle: Uwe Zucchi/dpa

Wurstskandal: Wilke will gegen Betriebsschließung vorgehen

Der insolvente hessische Wursthersteller Wilke geht laut einem Bericht der „Lebensmittelzeitung“ gegen die Schließung des Betriebs vor. Dabei dürfte das Unternehmen vor allem auf mögliche Schadensersatzforderung abzielen – falls dem Landkreis Fehler bei der Schließung des Betriebs unterlaufen sein sollten.

Die in einen Lebensmittelskandal verwickelte Wurstfirma Wilke geht gegen die Schließung des Betriebs vor. Wie die „Lebensmittelzeitung“ (Paywall) berichtet, hat das hessische Unternehmen beim Verwaltungsgericht Kassel einen entsprechenden Eilantrag gestellt – gegen das Landratsamt Waldeck-Frankenberg. Doch was hat es damit auf sich? Laut Hessisch-Niedersächsischer Allgemeine (HNA) könnte Wilke damit auf mögliche Schadensersatzforderungen abzielen. Das Blatt verweist auf einen vergleichbaren Fall aus Süddeutschland: Nach einem Listerienskandal habe die oberbayerische Großmetzgerei Sieber 2016 Insolvenz angemeldet. Dagegen ging der Insolvenzverwalter jedoch vor und verklagte das Land auf Schadensersatz in Höhe von 12 Millionen Euro.

Die mit Listerien verseuchten Fleischprodukte der Firma Wilke haben unterdessen ein drittes Todesopfer gefordert. Hessens Verbraucherschutzministerin Priska Hinz (Grüne) bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht des Robert-Koch-Instituts. Gleichzeitig betonte die Ministerin: „Nach allen vorliegenden Informationen ist jetzt davon auszugehen, dass keine Ware der Firma Wilke mehr am Markt vorhanden ist.“

Lebensmittelkontrolleure fordern mehr Personal

Allerdings gibt es Zweifel an dieser Darstellung. Der Rechtsanwalt Alfred Meyer sagte im Gespräch mit der „Lebensmittelzeitung“, dass die Lieferkette von Wilke sehr komplex sei. Bei verarbeiteten Produkten könne es sein, dass andere Unternehmen noch nichts von ihrer Betroffenheit wüssten, so der Lebensmittelrechtsexperte.

Der Skandal um Wilke-Wurst hat auch die Bundespolitik erreicht: Verbraucherschutzministerin Julia Klöckner (CDU) betonte die Zuständigkeit der Bundesländer und forderte „ausreichend Personal für diese Aufgabe“. Auch der Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure forderte mehr Personal für Kontrollen und Überwachung.

RND/ fh