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Der Wirtschaftsnobelpreis geht in diesem Jahr an Armutsforscher. Quelle: Lovisa Engblom/The Nobel Foundat

Nobelpreis für Wirtschaft geht an drei Armutsforscher

Der Wirtschaftsnobelpreis geht in diesem Jahr an drei Ökonomen, die zum Thema Armut forschen. Ausgezeichnet werden – wieder einmal – in den USA tätige Wirtschaftswissenschaftler. Die gebürtige Französin Esther Duflo ist erst die zweite Frau, die den begehrten Wirtschaftspreis bekommt.

Die in den USA arbeitende Französin Esther Duflo (46), Michael Kremer (54, USA) sowie der ebenfalls in den USA forschende gebürtige Inder Abhijit Banerjee (58) erhalten in diesem Jahr den Wirtschaftsnobelpreis. Das Trio erhält die renommierte Auszeichnung für seinen experimentellen Ansatz zur Linderung der globalen Armut, wie die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Montag in Stockholm bekannt gab. Die in Frankreich geborene Duflo ist erst die zweite Frau in der Nobelgeschichte, die den Wirtschaftspreis bekommt. Alle drei Preisträger lehren an US-Universitäten.

Nobelpreis für Wirtschaft ist streng genommen kein klassischer Nobelpreis

Damit sind alle Träger der diesjährigen Nobelpreise verkündet worden. In der vergangenen Woche waren in Stockholm bereits die Auszeichnungen in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie und Literatur vergeben worden, am Freitag folgte dann die Bekanntgabe des Friedensnobelpreisträgers in Oslo. Alle Preise sind in diesem Jahr mit 9 Millionen schwedischen Kronen (rund 830.000 Euro) dotiert. Dieses Preisgeld bekommen die Geehrten am 10. Dezember, dem Todestag von Dynamit-Erfinder Alfred Nobel, überreicht – zusammen mit einer Medaille und einer Urkunde. Der Wirtschaftsnobelpreis ist der einzige der Nobelpreise, der nicht auf Nobels Testament zurückgeht. Er wird vielmehr seit Ende der 1960er-Jahre von der schwedischen Reichsbank gestiftet und gilt somit streng genommen nicht als klassischer Nobelpreis.

Nobelpreis: Erst ein Deutscher unter den Preisträgern – für Forschung zur Spieltheorie

Seit der ersten Verleihung im Jahr 1969 war bisher erst ein Deutscher unter den Preisträgern: Der Bonner Wissenschaftler Reinhard Selten erhielt ihn vor 25 Jahren gemeinsam mit John Nash und John Harsanyi für ihre wegweisenden Beiträge zur nichtkooperativen Spieltheorie. Besonders häufig wurden US-Amerikaner ausgezeichnet, darunter auch die vor Duflo bisher einzige Frau, die Professorin Elinor Ostrom.

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RND/dpa