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Kettcar stellt die Fertigung ein. Quelle: Jörg Carstensen/dpa

Hersteller stellt Kettcar-Fertigung endgültig ein

Vier Räder, Pedale und ein Auto-ähnliches Äußeres – das war einmal. Der Freizeitgerätehersteller Kettler hat angekündigt, die Produktion des Kettcar einzustellen. Offenbar gelang es auch Investoren nicht, dass Ruder beim strauchelnden Unternehmen rumzureissen.

Düsseldorf. Der Kettcar-Hersteller Kettler stellt die Fertigung ein. Noch in dieser Woche würden voraussichtlich 400 der verbliebenen rund 550 Mitarbeiter freigestellt, sagte der Rechtsanwalt Martin Lambrecht, der die Kettler-Unternehmensführung im Insolvenzverfahren berät, der Deutschen Presse-Agentur. Die übrigen Mitarbeiter würden vorläufig noch gebraucht, um die Produktion abzuwickeln. Zuvor hatten mehrere Zeitungen und der Westdeutsche Rundfunk über die geplante Schließung berichtet.

Die Beschäftigten seien am Montag auf einer Betriebsversammlung über die Schließungsentscheidung der Geschäftsführung informiert worden, sagte Lambrecht. Der Beschluss werde vom Gläubigerausschuss mitgetragen. Der Betrieb könne nicht weitergeführt reden, denn in der heutigen Größe sei die Produktion in Deutschland nicht mehr profitabel.

Rettungsversuch gescheitert

Der Freizeitgerätehersteller kämpfte seit geraumer Zeit ums Überleben und hatte im Juli zum dritten Mal innerhalb von gut vier Jahren einen Insolvenzantrag stellen müssen. Schon im vergangenen Jahr hing sein Schicksal am seidenen Faden. Doch sorgte der Einstieg des Finanzinvestors Lafayette im Dezember 2018 dann zunächst noch einmal für neue Hoffnung in Ense-Parsit. Auch Lafayette gelang es aber offenbar nicht, das Ruder bei dem taumelnden Traditionsunternehmen herumzureißen.

Kettler Alu-Rad macht weiter

Wie der Hersteller betont, bleibt die vom Kettcar-Hersteller losgelöste Kettler Alu-Rad GmbH bestehen. Diese Fahrradsparte ist schon 2015 von der Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft übernommen worden, firmiert aber weiter unter der Marke Kettler.

RND/dpa