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Der neue Volkswagen Golf 8 steht bei der Weltpremiere auf der Bühne. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

VW: Wird der Golf 8 eine Brücke in die Elektrozukunft?

Vielleicht ist es die letzte ganz große Golf-Präsentation – denn sowohl VW als auch die Autokäufer bewegen sich in Richtung Elektrozeitalter. Dem neuen Golf 8 kommt deshalb eine ganz besondere Rolle zu, meint unser Autor.

Rund ums Auto wird es schnell sentimental. Es prägt Erlebnisse, das Stadtbild und ganze Biographien wie wenige andere Alltagsgegenstände. So wird mittlerweile auch der einst schmucklose und stockvernünftige Golf mit verklärtem Blick betrachtet. Spätestens seit dem Buch „Generation Golf“ ist auch Volkswagens meistverkauftes Auto in die Liga der Legenden aufgestiegen und steht in einer Reihe mit Käfer, Ente und Manta. Die gibt es alle nicht mehr, und ehrlich gesagt: Nur deshalb erinnert man sich an sie.

Der Golf hat immer wieder den Schritt in die Zukunft geschafft – nie als Avantgarde, aber immer vorn dabei. Das gilt auch für die achte Generation, aber etwas ist anders: Die Perfektionierung in kleinen Schritten, die ihn jahrzehntelang im Spiel gehalten hat, ist ausgereizt. Absurder Aufwand ist nötig, um Verbrennungsmotoren noch einigermaßen in den Emissionsgrenzen zu halten.

Gleichzeitig wächst eine Generation heran, die nicht bereit ist, solchen Aufwand bei einem angeblich vernünftigen Transportmittel zu bezahlen. Wir erleben gerade den Höhepunkt konventioneller Automobiltechnologie, danach kommt etwas anderes.

Auf der Höhe der Zeit

Bei VW heißt das Neue ID, und es gibt den Vorboten der neuen Welt schon, während gleichzeitig dem Klassiker noch einmal Leben eingehaucht wird. Als in den Siebzigern der Golf auf den Markt gebracht wurde, konnte man parallel auch den neuesten Käfer kaufen. Der war allerdings schon lange nicht mehr auf der Höhe der Zeit.

Das wird man dem Golf 8 nicht nachsagen können: Er ist auf der Höhe der Zeit, und wenn er gut ist, wird er eine Brücke in die Zukunft sein.

Von Stefan Winter/RND