Donnerstag , 12. Dezember 2019
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Muss den Gürtel trotz Börsenbeben nicht enger schnallen: Amazon-Boss Jeff Bezos.

Warum Amazon-Boss Jeff Bezos nicht mehr der reichste Mann der Welt ist

Schock bei Amazon: Der Internethändler hat im dritten Quartal erheblich weniger Verdient. An der Börse ging die Aktie auf Talfahrt. Der Absturz des Papiers hat auch Folgen für Amazon-Chef Jeff Bezos. An der Spitze der reichsten Menschen der Welt steht nun plötzlich ein anderer.

Der Onlinehändler Amazon vermeldet einen heftigen Gewinneinbruch. Im Vergleich zum Vorjahr ging der Nettogewinn um knapp 28 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) zurück. Damit hat der Konzern im dritten Quartal trotz boomender Einkäufe im Internet und florierender Clouddienste erheblich weniger verdient. Es war das erste Mal seit 2017, dass Amazons Quartalsgewinn im Jahresvergleich sank.

Die Anleger reagierten geschockt, sie schickten die Aktie auf Talfahrt. In der Spitze sackte das Papier um mehr als neun Prozent ab. Der Börsencrash macht sich auch persönlich bemerkbar – auf dem Konto von Amazon-Boss Jeff Bezos. Der 55-Jährige ist nicht mehr der reichste Mann der Welt. Microsoft-Gründer Bill Gates konnte an ihm vorbeiziehen. Wie das US-Magazin Forbes berichtet, verringerte sich Bezos‘ Vermögen auf rund 104 Milliarden Dollar, das sind ca. 92 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr kam Bezos auf ein Vermögen von 160 Milliarden Dollar (rund 144 Milliarden Euro). Neu an der Spitze steht Bill Gates mit einem Vermögen von 106 Milliarden Dollar (ca. 95 Milliarden Euro).

Hohe Kosten und Rabattschlachten belasten Amazon

Doch was führte zum Absturz des Amazon-Papiers? Firmenboss Jeff Bezos war früher bekannt dafür, starkes Wachstum mit hohen Ausgaben zu forcieren, doch in den vergangenen Jahren hat sich der Konzern eigentlich zu einer zuverlässigen Gewinnmaschine entwickelt. Nun allerdings meldet Amazon schon das zweite Quartal in Serie mit hohen Kosten und weitaus weniger Überschuss als angenommen.. Das dritte Quartal ist traditionell kostenintensiv, weil das Weihnachtsgeschäft und das Shoppingspektakel rund um Thanksgiving mit den Rabattschlachten „Black Friday“ und „Cyber Monday“ vorbereitet werden. Amazon investiert außerdem massiv in seine Versandlogistik, um „Prime“-Kunden das Versprechen von Lieferungen innerhalb von 24 Stunden zu erfüllen. Im letzten Vierteljahr will der Konzern alleine für diesen Kraftakt rund 1,5 Milliarden Dollar in die Hand nehmen, wie Finanzchef Brian Olsavsky in einer Konferenzschalte nach Vorlage der Quartalszahlen sagte.

Allerdings: Der Blick aufs Weihnachtsgeschäft scheint den Anlegern nicht zu gefallen. Fürs Schlussquartal stellte Amazon Erlöse zwischen 80 und 86,5 Milliarden Dollar in Aussicht. Analysten hatten mit deutlich mehr gerechnet. Amazon bekommt neben den etablierten Rivalen wie Alibaba oder Ebay immer stärkere Konkurrenz – etwa durch den US-Shoppingriesen Walmart, der sein Onlinegeschäft kräftig ausbaut.

Jeff Bezos muss sich also etwas einfallen lassen, um die Anleger zu beruhigen. Und wieder reichster Mann der Welt zu werden.

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RND/fh/dpa