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Auch Sparkassen sind ins Visier der Finanzaufsicht geraten. Quelle: Peter Kneffel/dpa

Jetzt prüft die Finanzaufsicht: Haben Banken Sparer um Zinsen betrogen?

Unter den geringen Zinsen der EZB leiden Sparer ohnehin – nun zeichnet sich ein weiteres Problem ab: Die Finanzaufsicht prüft das Vorgehen mehrerer Banken, die ihren Kunden zu niedrige Zinsen gezahlt haben könnten.

Die Finanzaufsicht Bafin überprüft einem Medienbericht zufolge mehrere Banken und Sparkassen, die Zinsen falsch berechnet haben sollen. Nach Angaben des „Handelsblatts“ ist eine große Zahl von Verbrauchern betroffen – Details nannte die Bafin aber nicht.

Wie das „Handelsblatt“ schildert, sind bei Banken und Sparkassen möglicherweise vielfach Zinsen zuungunsten von Kunden falsch berechnet worden. Verbraucherschützer kritisieren das schon länger. Nun schaltet sich die Bafin ein. Ersten Berichten zufolge soll die Finanzaufsicht den Verdacht der Verbraucherschützer bestätigen können.

Bafin wertet Daten noch aus

„Mit Blick auf fehlerhafte Zinsberechnungen bei Prämiensparverträgen aufgrund unwirksamer Zinsanpassungsklauseln sind nach den bislang vorliegenden Erkenntnissen der Bafin eine größere Anzahl von Instituten und eine Vielzahl von Verbraucherinnen und Verbrauchern betroffen“, heißt es demnach in einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion, über die zuerst der Bonner „General-Anzeiger“ berichtet hatte.

Die Bafin hat nun offenbar Stellungnahmen betroffener Institute angefordert. Die Auswertung sei aber noch nicht abgeschlossen. Zu Details wollte sich die Bafin nicht äußern.

Die Affäre fällt in eine Zeit, in der deutsche Sparer ohnehin unter niedrigen Zinsen leiden. Sparkassen und Banken hatten die dafür mitverantwortliche Europäische Zentralbank (EZB) zuletzt scharf kritisiert und zu einer Erhöhung des Leitzinses aufgefordert.

Von Christoph Höland/RND