Donnerstag , 14. November 2019
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Mein Haus, mein Boot, mein Hubschrauber - das gilt für Milliardäre immer noch. Wegen des Handelskonflikts mussten aber auch die Superreichen zuletzt den Gürtel etwas enger schnallen. Quelle: imago/Peter Seyfferth

Die Konjunkturflaute trifft Milliardäre

Lange schien es für die Superreichen der Welt nur aufwärts zu gehen – nun bremst die weltweit lahmende Konjunktur ihren Aufstieg. Vor allem wegen globaler Handelskonflikte schrumpfte das Vermögen von Milliardären erstmals wieder.

Frankfurt/Main. Die schwächelnde Konjunktur sowie internationale Handelskonflikte machen auch den Reichsten der Reichen zu schaffen: Erstmals in fünf Jahren schrumpft das Gesamtvermögen der Milliardäre rund um den Globus – auch die deutsche High Society hat etwas weniger Geld in der Tasche. Das geht aus Berechnungen der Beratungsgesellschaft PwC und der Schweizer Großbank UBS hervor, die am Freitag veröffentlicht wurden.

Das weltweite Gesamtvermögen der Milliardäre schrumpfte demnach 2018 um 4,3 Prozent auf 8,5 Billionen US-Dollar. Im Jahr zuvor hatte es mit 8,9 Billionen Dollar noch einen Rekord gegeben. Auch die Zahl der Superreichen sank von 2158 Männern und Frauen im Jahr 2017 auf nun 2101. So sind viele Superreiche Unternehmer und damit oft von Aufträgen ihrer Firmen abhängig, die unter der Konjunktureintrübung leiden.

Deutschlands Milliardäre werden ärmer

In Deutschland – nach den USA und China das Land mit den meisten Milliardären der Welt – verkleinerte sich der Kreis der Superreichen um neun Mitglieder auf nun 114. Auch ihr Gesamtvermögen schrumpfte stärker als im internationalen Vergleich und betrug rund 501 Milliarden US-Dollar.

Die UBS erklärt das vor allem mit den jüngsten Handelskonflikten. Das in Deutschland starke verarbeitende Gewerbe leide besonders unter dem Zollstreit zwischen China und den USA, sagte Maximilian Kunkel, UBS-Chef-Anlagestratege. Zudem habe der starke Dollar negative Auswirkungen gehabt. Da die Vermögen in der amerikanischen Währung bewertet wurden, schrumpften sie in der Umrechnung von Euro zu Dollar, so Kunkel weiter.

Langfristig ging es steil bergauf

Den Deutschen wirft er aber auch mangelnde Risikobereitschaft vor. Das bremse die Innovationskraft, weshalb in der Bundesrepublik zuletzt wenig Milliardäre hinzugekommen seien, sagte Kunkel.

Langfristig betrachtet können sich die Reichsten der Welt aber kaum beklagen: Über die vergangenen fünf Jahre ist ihr Vermögen um mehr als ein Drittel gewachsen – auch dank des Börsen- und Immobilienbooms.

RND/dpa

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