Donnerstag , 14. November 2019
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Schon auf die 500-Euro-Scheine müssen Verbraucher wegen des Kampfes gegen Geldwäsche verzichten. Wie soll das erst bei einem 10.000-Euro-Schein werden? Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

„Rettungsanker“ in der Krise? Ökonomen schlagen 10.000-Euro-Schein vor

Nur Bares ist Wahres – mag sich angesichts von Negativzinsen auch mancher Sparer in Deutschland derzeit denken. Ökonomen schlagen nun die Einführung eines 10.000-Euro-Scheines vor. Die Europäische Zentralbank dürfte davon nicht begeistert sein.

Zwei deutsche Ökonomen haben vorgeschlagen, in Deutschland Geldnoten mit deutlich höheren Werten als bisher auszugeben. Wie die „Welt“ berichtet, schwebt dem Duo aus Hamburg und Pforzheim die Einführung von 1000-, 5000- und 10.000-Euro-Scheinen vor. Sie wollen damit die Rolle des Bargeldes stärken – und könnten der Europäischen Zentralbank (EZB) eins auswischen.

Gemacht haben den Vorschlag laut der „Welt“ Aloys Prinz, Finanzwirtschaftler aus Münster, und Hanno Beck, Volkswirt der Hochschule Pforzheim. „Bargeld wird zum Rettungsanker”, zeigten sich die zwei gegenüber der Zeitung überzeugt.

Denn mit den großen Scheinen hätten Sparer künftig eine Alternative zu Sparbuch und Girokonto. Bei beiden sinken die Zinsen kontinuierlich, während die Gebühren zuletzt stiegen. Umso näher liegend sei es, das Geld zu Hause aufzubewahren – wobei große Noten aus Sicht der beiden Professoren hilfreich sein könnten.

In der Euro-Zone ginge deren Einführung nur mit Unterstützung der Europäischen Zentralbank. Die dürfte von dem Vorschlag allerdings wenig begeistert sein. Denn zuletzt bemühte sich die Euro-Zone darum, große Banknoten im Kampf gegen Geldwäsche aus dem Verkehr zu ziehen. Dem wollen die Wissenschaftler allerdings vorbeugen: Im Geschäft soll man mit den Scheinen nicht bezahlen können, sie müssten vorher bei einer Bank gegen (ziemlich viele) kleinere Scheine eingetauscht werden.

Allerdings könnten derart große Scheine auch die Wirkung von Niedrig- und Negativzinsen schmälern. Zwar verlieren auch große Geldscheine ebenso wie Sparbücher und Konten wegen der Inflation an Wert – von Negativzinsen würden sie aber verschont bleiben. Wenn die Scheine tatsächlich kämen, könnte die Wirkung der von der EZB derzeit verlangten Strafzinsen verpuffen.

RND/hö

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