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Sicher nicht so lukrativ wie die meisten Tagesgeld- und Festgeldkonten: Das Sparschwein. Quelle: Andrea Warnecke/dpa-tmn

„Finanztest“ zu Tagesgeld und Festgeld: Bei einigen Banken gibt es noch Zinsen

Niedrige Zinsen plagen viele Sparer in Deutschland – dabei gibt es immer noch Geldinstitute, bei denen Konten Rendite abwerfen. Die Stiftung Warentest hat zusammengestellt, bei welchen Direktbanken sich Tagesgeld- und Festgeldkonten lohnen.

Hannover. Die Zinsen in Europa sind schon länger auf einem rekordverdächtig niedrigen Niveau – was auch die Kunden vieler Sparkassen und Großbanken zu spüren bekommen. Die Stiftung Warentest hat nun untersucht, inwiefern sogenannte Direktbanken eine lukrative Alternative sind. Tatsächlich gibt es noch Möglichkeiten, bis zu einen Prozent Zinsen auf das Ersparte zu bekommen.

Insgesamt hat Stiftung Warentest 189 Direktbanken – also Geldinstitute, die online arbeiten – angeschrieben, 145 haben geantwortet. Bei den meisten von ihnen kann direkt ein Konto eröffnet werden. Bei manchen ist laut Stiftung Warentest ein Zugang bei Zinsportalen wie Weltsparen oder Zinspilot die Voraussetzung. Untersucht wurden sowohl die täglich verfügbaren Tagesgeldkonten als auch Festgeldkonten, die nicht oder nur mit erheblichem Verlust vorzeitig gekündigt werden können.

Beim Tagesgeld können Kunden bei geschickter Auswahl der Anbieter laut Finanztest derzeit bis zu 0,55 Prozent Zinsen kassieren – die schwedische TF Bank bietet entsprechende Tagesgeldkonten ohne Mindesteinlage an. Zweitplatziert ist die ebenfalls schwedische Resurs Bank, die auch beim Weltsparen-Portal mitmacht. Immerhin 0,45 Prozent Zinsen bei 500 Euro Mindesteinlage bekommen Sparer dort. Auf 0,4 Prozent Zinsen kommen gleich mehrere Geldinstitute, darunter Avida Finans, Hoist Finance, die Komplett Bank und die Nordax Bank.

Festgeldkonten mit 1,4 Prozent Zinsen

Festgeldkonten kommen bei der Erhebung auf bis zu 1,40 Prozent Zinsen im fünften Laufjahr. Ein entsprechendes Angebot macht die Greensill-Bank, deren Festgeldkonten schon bei 0,9 Prozent Zinsen im ersten Laufjahr liegen. Die Mindesteinlage für ein Festgeldkonto bei Greensill beträgt 10.000 Euro.

Eine klare Zweitplatzierung gibt es bei den Festgeldkonten nicht – denn die Zinssätze variieren je nach Geldhaus in den einzelnen Jahren der Laufzeit. Close Brothers, East Western Direkt, Hoist Finance und die Komplettbank bieten im ersten Jahr 0,7 Prozent Zins. Bei Close Brothers steigt er schon im zweiten Jahr auf 1,0 Prozent. Im dritten Jahr ist Hoist Finance mit 1,05 Prozent Zinsen immerhin Zweitplatzierter nach dem unangefochtenen Spitzenreiter Greensill.

Nur sichere Geldinstitute ausgewertet

Berücksichtigt wurden nur Geldinstitute mit Topbewertungen der großen Ratingagenturen. Auch konnten nur Banken teilnehmen, deren Gelder durch die Europäische Einlagensicherung geschützt sind. Diese gilt für bis zu 100.000 Euro. Bei Staaten außerhalb der Euro-Zone wie zum Beispiel Schweden raten die Tester angesichts schwankender Wechselkurse, maximal 80.000 Euro zu hinterlegen.

 

Von Christoph Höland/RND