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Möglicherweise belastet: Ikea Deutschland ruft den Trinkbecher "Troligtvis" zurück. Quelle: IKEA Deutschland GmbH & Co. KG/I

Ikea ruft Reise-Trinkbecher “Troligtvis” zurück

Das Produkt überschreitet nach Angaben des Herstellers möglicherweise die zulässigen Grenzwerte für eine Belastung mit Chemikalien. Dabei handelt es sich um den Stoff Dibutylphthalat.

Wallau. Ikea ruft wegen möglicher Chemikalien-Belastung einen Reise-Trinkbecher zurück. Das Möbelhaus bittet Kunden, die den Becher „Troligtvis“ mit der Bezeichnung „Made in India“ gekauft haben, diesen nicht mehr zu verwenden. Zur Begründung hieß es in der Mitteilung vom Mittwoch: „Aktuelle Tests haben gezeigt, dass die vorgeschriebenen Grenzwerte freigesetzter Chemikalien unter Umständen überschritten werden.“

Es geht um Dibutylphthalat (DBP) – einen Stoff, der nach Vorgaben von Ikea nicht in Produkten mit Kontakt zu Lebensmitteln vorkommen soll. Der Becher wurde seit Oktober 2019 verkauft und nun aus dem Sortiment genommen. Kunden, die ihn gekauft haben, sollen ihn zurückbringen und bekommen auch ohne Kassenbon ihr Geld zurück. Man rufe den Becher vorsorglich zurück, „obwohl das Risiko sehr gering ist, dass es zu einer unmittelbaren negativen Auswirkung auf die Gesundheit kommt“, hieß es in der Mitteilung.

Dibutylphthalat wird als Weichmacher unter anderem für PVC eingesetzt. Verwendet wird die Chemikalie unter anderem als Zusatzstoff in Medikamenten, deren Inhaltsstoffe sich nicht schon im Magen, sondern erst im Darm auflösen sollen. Dibutylphthalat ein zugelassener Hilfsstoff in Arzneimitteln. Der Stoff steht allerdings in der Kritik, unter anderem, nachdem eine dänische Kohortenstudie im Jahr 2019 bei langjähriger Einnahme eine Erhöhung des Risikos für östrogenrezeptorpositiven Brustkrebs beobachtet hatte.

RND/dpa