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Reisende werden mit Infrarot-Thermometer im Flughafen, als Schutzmaßnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus, auf erhöhte Temperaturen überprüft. Das Coronavirus macht inzwischen auch Anlegern Sorge. Quelle: Emily Wang/AP/dpa

Nervosität an den Börsen: Coronavirus in Asien belastet Aktienkurse

In Asien hat die Sorge um die sich ausbreitende neuartige Virus-Lungenkrankheit in China den Börsen deutliche Verluste beschert. Auch an der Frankfurter Börse sind Gewinner Mangelware. Vor allem eine Aktie steht auf der Verkaufsliste der Anleger.

Frankfurt. Deutliche Kursverluste in Asien haben den Dax am Dienstag ins Minus gedrückt und den Index wieder ein Stück weiter weg von seinem rund zwei Jahre alten Rekordhoch gebracht.

Zuvor hat der Ausbruch des Coronavirus in China schon bei den asiatischen Anleger vor große Unruhe gesorgt. In Tokio hatte der Nikkei-225-Index 0,9 Prozent schwächer bei 23.864,56 Punkten geschlossen. In China meldeten die Aktienkurse derweil deutlichere Verluste:

Der Hongkonger Hang Seng-Index brach am Ende um 2,8 Prozent auf 28.019 Zähler ein. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Aktien an den chinesischen Festlandbörsen gab um 1,7 Prozent auf 4114,31 Punkte nach.

Unter Druck standen in Asien vor allem die Papiere der Fluggesellschaften. Die Angst, dass wenn der Ausbruch des Virus sich verstärke, dieses Szenario die Luftfahrtbranche belaste und auch den wichtigen Tourismus einschränke, führte zu massiven Verlusten. Entsprechend schwach präsentiert sich an der Frankfurter Börse auch die Aktie der Deutschen Lufthansa.

Zusammenhang mit Coronavirus: Lufthansa-Aktie unter Druck

Die Lufthansa-Aktien haben ihren jüngsten Abwärtstrend nach einer Verkaufsempfehlung des Bankhauses Metzler fortgesetzt. Analyst Guido Hoymann sieht angesichts eines von 20,00 auf 12,50 Euro gesenkten Kurszieles weitere Risiken für die Aktien und stufte die daher um gleich zwei Stufen von „Buy“ auf „Sell“ ab.

Die Lufthansa werde es angesichts des harten Wettbewerbs und einer sinkenden Nachfrage auch 2020 schwer haben, den Gewinn zu steigern, erklärte der Analyst. Daher dürften sich die durchschnittlichen Markterwartungen als zu hoch erweisen.

Am Mittag meldete die Lufthansa-Aktie ein Minus von 2,44 Prozent auf 14,58 Euro, während der DAX selbst 0,65 Prozent schwächer bei 13.488 Zählern notiert. Mit den jüngsten Abschlägen hat sich der deutsche Leitindex zunächst wieder von einem Angriff auf das bisherige 2018er-Rekordhoch bei 13.596 Punkten entfernt.

Experten zufolge habe sich zwar aus aus charttechnischer Sicht die jüngste Aufwärtsbewegung des Dax durch vergangene Kursmarken weiter verzögert. Anleger sollten sich davon aber nicht allzu sehr verunsichern lassen. Problematisch werde es erst, so Chart-Experten weiter, wenn der DAX wieder deutlich unter die 13 000er-Marke fallen würde.

RND/ casc/dpa