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Der Dax ist auf Rekordhoch. Quelle: Boris Roessler/dpa

So können Anleger vom Dax-Rekordhoch profitieren

Deutschlands Börsenbarometer Nummer eins erreicht den bisher höchsten Stand seiner Geschichte. Wie geht es weiter und lohnt sich für Anleger jetzt noch der Einstieg?

Frankfurt. Irgendwann musste es ja klappen mit einem neuen Rekordhoch im Dax. Fast zwei Jahre auf den Tag genau mussten Marktteilnehmer warten, bis der Deutsche Aktienindex einen weiteren Schritt auf seinem langen Erfolgsweg machte. Mit dem neuen Intraday-Allzeithoch bei 13.632 Punkten hat das wichtigste deutsche Börsenbarometer am Mittwoch den bisherigen Index-Rekordstand von 13.597 Punkten vom 23. Januar 2018 überboten.

Die vergangenen 24 Monate haben damit gezeigt, dass die Börse mit einem unruhigen Umfeld wie Brexit-Debatte, Handelskrieg und Rezessionsängsten augenscheinlich gut umgehen kann. Viele aktive Anleger dürften sich in ihrer Einschätzung bestätigt sehen, dass die Geldanlage in Aktien langfristig zu einem Erfolg führt.

Zu den großen Verfechtern der deutschen Aktienkultur gehört natürlich das Deutsche Aktieninstitut, das passend zum neuen Rekordhoch im Dax am gleichen Tag die neueste Ausgabe des Dax-Rendite-Dreiecks präsentiert hat. Das immer zum Jahresanfang aktualisierte Rendite-Dreieck veranschaulicht über einen Zeitraum von 50 Jahren hinweg die historischen jährlichen Durchschnittsrenditen am heimischen Aktienmarkt.

Langfristige Aktienrendite bleibt attraktiv

Das vergangene Jahr 2019 war ein sehr gutes Aktienjahr für Dax-Anleger. Der deutsche Leitindex stieg um 25,5 Prozent. Ein Argument ist für viele Aktienfans, dass der Markt auf lange Sicht immer seine Verluste ausgleicht – zumindest spiegelt dies der langfristige Chart des Dax eindrucksvoll wider.

„Wieder einmal hat sich gezeigt, dass Kursverluste am Aktienmarkt wie beispielsweise 2018 mitunter schnell wieder ausgeglichen werden und die langfristige Rendite von Aktien attraktiv ist“, so Dr. Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts (DAI). „Eine breit gestreute langfristige Aktienanlage zahlt sich immer aus und eignet sich deshalb hervorragend für die Altersvorsorge“, betont die Expertin weiter.

Eine Ansicht, die auch Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, teilt. „Bei aller Freude ist auch der heutige Dax-Stand wieder nur ein weiterer Rekord und es wird wahrlich nicht der letzte sein“, so die Einschätzung des Aktionärsschützers. Tüngler macht hierzu eine kleine Rechnung auf:

Sparen nach Plan und mit Disziplin

„Würde sich der Dax in den nächsten zehn Jahren erneut so entwickeln wie in den letzten zehn Jahren, würde er bei weit über 25.000 Punkten stehen.“ Wichtiger als der Dax-Stand sei daher, „jetzt zu prüfen, ob das eigene Portfolio auch Rekordstände aufweist und wenn dem nicht so sein sollte, dass man seine eigene Auswahl und Strategie überdenkt.“

Wer als Anleger die Einmalanlage in Aktien eher scheut, aber auf SAP & Co aus dem Dax nicht verzichten möchte, kann sehr gut mithilfe eines Aktiensparplans den Weg an die Börse gehen. Wie sehr sich Sparen in Aktien lohnt, ist den wenigsten Deutschen bewusst. Das Dax-Rendite-Dreieck für die monatliche Geldanlage des DAI zeigt es sehr gut auf:

Ein Anleger kann schon mit kleinen Beträgen, die er über lange Zeiträume hinweg kontinuierlich und breit gestreut in Aktien investiert, einen wichtigen Teil der persönlichen Altersvorsorge abdecken. Dabei ist es wichtig, im Hinterkopf zu haben, dass es an den Börsen auf und ab gehen kann.

Dax noch nicht zu teuer

Doch bei Betrachtung über längere Zeiträume zeigt sich klar, dass am Ende eine positive Rendite herauskommt. Es lohnt sich also, Anlegerdisziplin an den Tag zu legen und in schwankungsreicheren Marktphasen die Nerven zu bewahren und eben nicht zu verkaufen.

Das gilt auch für eine aktuelle Geldanlage im Dax: „Auf jeden Fall ist der neue Dax-Rekord aber definitiv kein Signal zum Verkauf. Aktien sind und bleiben alternativlos – und das gilt für die nächsten 10 bis 20 Jahre“, schätzt Aktionärsschützer Marc Tüngler die aktuelle Lage am Aktienmarkt kompakt ein, während das Deutsche Aktieninstitut ebenfalls seiner Forderung nicht müde wird, Aktien zu einem festen Bestandteil der Altersvorsorge zu machen.

Wer als Anleger meint, dass der Dax bzw. die darin enthaltenen Aktien schon zu teuer sind, der sollte sich einmal das Kurs-Gewinn-Verhältnis des Dax anschauen, anhand dessen man die Bewertung ablesen kann. Hierbei wird der Dax-Punktestand mit den Gewinnen der im Dax gelisteten Unternehmen ins Verhältnis gesetzt. Aktuell liegt dieses Verhältnis bei über 14 und damit nur leicht über den langjährigen Schnitt. Zu teuer scheint der Dax daher noch nicht zu sein, und von einer Überbewertung des Index kann ebenfalls noch nicht gesprochen werden.

 

Von Christoph Scherbaum/RND