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Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums liegen die Gebühren für Päckchen aus China bereits 27 Prozent höher als im Jahr 2019. Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dp

Deutsche Post: Päckchen aus China kosten deutlich mehr Geld

Mit Billigwaren aus China haben es deutsche Versandhändler nicht leicht – denn bislang mussten die Chinesen nur wenig Porto für ihre Pakete zahlen. Doch das soll sich bereits deutlich geändert haben.

Berlin/Bonn. Wegen neuer Regeln für Sendungen aus dem Ausland darf die Deutsche Post für Päckchen aus China künftig mehr Geld verlangen. In diesem Jahr sollen die Gebühren nach Angaben des Wirtschaftsministeriums bereits 27 Prozent höher liegen als 2019, wie aus einer Antwort der Regierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervorgeht. In den nächsten Jahren dürften die Gebühren weiter steigen. Sie sind ein Ausgleich für die Beförderungskosten, die Postunternehmen in den Empfängerländern entstehen.

Höhere Gebühren: Deutsche Versandhändler profitieren

Auch deutsche Versandhändler, denen Konkurrenten aus China mit Billigwaren das Leben schwer machen, profitieren davon. Entstanden sind die neuen Regeln bei einem Kongress des Weltpostvereins im vergangenen Jahr. Die Organisation mit 192 Mitgliedsländern regelt seit mehr als 145 Jahren den internationalen Postverkehr. Eine Drohung der USA, aus dem Verein auszutreten, brachte die Mitglieder vor einigen Monaten an den Verhandlungstisch.

Geringe Portokosten für China stoßen auf Unververständnis

Während nun die USA – mit einem Importvolumen von mehr als 75 000 Tonnen – mit einer Sonderregelung schon in diesem Jahr die Gebühren selbst festlegen dürfen, gilt dies für andere Staaten erst ab 2021. Trotzdem dürfen auch sie bereits in diesem Jahr ihre Gebühren leicht anheben – was zu dem deutlichen prozentualen Plus führt. Bislang mussten die Chinesen nur wenig Porto für ihre Pakete abführen, da China noch als Land eingruppiert war, das vom Weltpostverein besonders gefördert wurde. Viele Länder fanden das angesichts des Aufstiegs Chinas zur Wirtschaftsmacht absurd.

Keine Obergrenze: 70 Millionen kleine Elektronikartikel jährlich aus China

Mit Elektroartikeln und anderen Waren fluten chinesische Online-Händler schon seit Jahren westliche Märkte. Allein bei Elektronikartikeln dürften es nach Branchenschätzungen 70 Millionen kleine Warensendungen sein, die jedes Jahr aus China in Deutschland ankommen. Trotz der neuen Freiheit bei der Preisgestaltung wird es weiterhin eine Obergrenze geben. So dürfen die Gebühren maximal bei 70 Prozent des Inlandsportos liegen und nur schrittweise angehoben werden.

„Fairerer Wettbewerb“: FDP-Sprecher im Bundestag begrüßt neue Regeln

Reinhard Houben, der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag, begrüßte die neuen Regeln als wichtigen Schritt zu einem fairen Wettbewerb im Versandhandel. „Von Anfang an hätte sich die Bundesregierung dieser Frage auf die Seite der Vereinigten Staaten stellen sollen“, sagte Houben. „Wichtig ist jetzt, dass die Bundesregierung als Hauptaktionär der Deutschen Post für eine zügige Anpassung der Gebühren für Sendungen aus dem Ausland sorgt.“

Eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste kam 2016 zu dem Ergebnis, dass der Deutschen Post damals durch den Transport chinesischer Waren und die Kostenverhältnisse jährlich ein Verlust von rund 120 Millionen Euro entstand.

RND/dpa