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Bahnchef Richard Lutz

Bahn 2020 bereits mit gut einer Million Reisenden mehr

Zu Jahresbeginn war die Mehrwertsteuer für Tickets im Fernverkehr gesenkt worden. Es sollte ein Anreiz für klimaschonende Mobilität sein. Die zusätzliche Nachfrage übertrifft inzwischen die Erwartungen.

Berlin. Immer mehr Menschen nutzen den Fernverkehr der Deutschen Bahn – nach Konzernangaben gab es nach der Mehrwertsteuersenkung zu Jahresbeginn gut eine Million mehr Reisende. “In den ersten vier Wochen 2020 stieg die Zahl der Reisenden von 11 auf 12,2 Millionen, also um 10,7 Prozent im Vergleich zum Januar des Vorjahres”, sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). “Das ist zum einen das Ergebnis der Mehrwertsteuersenkung auf Fernverkehrsfahrkarten. Zum anderen spüren die Reisenden, dass wir massiv in mehr Züge und mehr Personal investieren.” Die Bahn sei offensichtlich für immer mehr Reisende eine komfortable, klimafreundliche Alternative zu Auto und Flugzeug.

Lutz sagte, Bahnfahren sei viel preisgünstiger als manche denken. Mit Bahncard-Rabatt liege beispielsweise der Einstiegspreis im Fernverkehr nach der Steuersenkung nur noch bei 13,40 Euro. Dies sei “der niedrigste reguläre Preis seit der Bahnreform”, so Lutz weiter.

“Erste Erfolge spürbar”

Der Bahnchef sagte, nachdem sich das Unternehmen im letzten Jahr eine Menge vorgenommen habe, seien nun erste Erfolge für die Kunden spürbar. “Besonders freut uns, dass wir seit Anfang des Jahres eine Nachfrage erleben, die unsere Erwartungen übertrifft”, so der Spitzenmanager. 2018 war die Bahn noch davon ausgegangen, dass eine Mehrwertsteuersenkung auf ein Jahr gerechnet fünf Millionen zusätzliche Fahrgäste im Fernverkehr bringen könnte.

Mit einer Pünktlichkeit im Fernverkehr von 84,3 Prozent im Januar sei die Bahn gut ins Jahr gestartet, so Bahnchef Lutz gegenüber dem RND. Dies sei der beste Januarwert seit 2014.

“Die Eisenbahn neu dimensionieren”

Aus Sicht der Konzernspitze sind die wachsenden Reisendenzahlen eine große Herausforderung. Für eine Verkehrswende sei es “unverzichtbar, die Eisenbahn in Deutschland neu zu dimensionieren”, so der Bahnchef. Die geplanten Milliardeninvestitionen seien eine Generationenaufgabe: “Mehr Kapazität ist dabei das entscheidende Thema für unsere Infrastruktur, aber nur Schritt für Schritt zu erreichen.”

Die Infrastruktur, so Lutz, sei der Schlüssel für Wachstum und Verkehrsverlagerung sowie eine gute Betriebsqualität und hohe Pünktlichkeit: “Wir machen auch 2020 weiter mit unserer Ausbau- und Investitionsoffensive. Diese gelingt nur durch den enormen Rückenwind, den wir auch von der Bundesregierung für eine starke Schiene bekommen.”

 

 

Von Rasmus Buchsteiner/RND