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Er hat gut Lachen: Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, kann Rekordzahlen für das Jahr 2019 vermelden. Quelle: Oliver Berg/dpa

Deutsche Telekom: Deutliches Wachstum im Jahr 2019

Kurz nachdem die Telekom aus den USA grünes Licht für die Fusion der US-Tochter mit dem Rivalen Sprint bekommen hat, bilanziert die Deutsche Telekom. Der Konzern spricht von “Rekordzahlen” für 2019. Die sind vor allem einem starken US-Geschäft und dem weiteren Breitbandausbau geschuldet.

Bonn. Insgesamt erwirtschaftete der Bonner Konzern 2019 rund 80,5 Milliarden Euro und damit rund 6,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie aus den Jahreszahlen hervorgeht, die der Bonner Konzern am Mittwoch vorlegte. Übrig blieb ein Konzernüberschuss von 3,9 Milliarden Euro, der damit um rund 79 Prozent höher liegt als 2018. Damals lag er bei 2,2 Milliarden Euro.

Erfolgreichstes Jahr in der Unternehmensgeschichte

In ihrer Mitteilung sprach die Telekom von “Rekordzahlen” und dem erfolgreichsten Jahr der Unternehmensgeschichte. Für 2020 rechnet das Unternehmen erneut mit steigenden Umsätzen und einem leichten Wachstum des operativen Ergebnisses.

Außerdem konnte die Telekom die Zahl der glasfaser-basierten Anschlüsse in Deutschland im vergangenen Jahr steigern – um 2,2 Millionen Anschlüsse auf insgesamt 14,4 Millionen. Die Telekom setzt dabei auf Vectoring, bei dem Telefon-Kupferkabel fürs Internet genutzt werden. Da der Wettbewerber Vodafone mit seinen schnelleren Fernsehkabeln in diesem Bereich in Front liegt, stehen die Bonner unter Zugzwang.

Die Deutsche Telekom will die 2019 erfolgte Übernahme des Kabelnetzbetreibers Unitymedia durch Vodafone juristisch anfechten, wie bekannt wurde. Es seien drei Klagen gegen die Fusionsgenehmigung durch die EU-Kommission beim EU-Gericht eingegangen, bestätigte ein Sprecher. Außer der Telekom klagen auch die Regionalanbieter NetCologne und Tele Columbus.

Wichtiges US-Geschäft

Besonders wichtig war für den Ex-Staatskonzern im vergangenen Jahr 2019 auch wieder das USA-Geschäft, von wo rund die Hälfte der Erlöse kamen. Großes Aufatmen gab es hier zuletzt, weil ein US-Gericht die lange geplante Fusion der US-Tochter T-Mobile mit dem kleineren Rivalen Sprint erlaubte, gegen die unter anderem mehrere Bundesstaaten geklagt hatten.

Konzerchef Höttges sprach von einem “Riesenschritt, auf den wir alle gewartet haben”. Allerdings stünden noch weitere Genehmigungen aus. Der Zusammenschluss der dritt- und viertgrößten Anbieter, die künftig zusammen als New T-Mobile agieren wollen, dürfte den US-Mobilfunkmarkt kräftig aufmischen und den Druck auf die Branchenführer Verizon und AT&T deutlich erhöhen.

An der Börse kann der Aktienkurs nach der Veröffentlichung der Bilanzzahlen deutlich zulegen. Das Papier der Deutschen Telekom gewinnt mehr als 4 Prozent auf 16,43 Euro hinzu.

RND/dpa