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Noch aus Plastik - aber bald nicht mehr: Frosta setzt auf Öko-Verpackungen, auch wenn das Geld kostet. Quelle: picture alliance/dpa

Die Rache der Papierbeutel: Gewinn von Frosta sinkt deutlich

Der Tiefkühlkosthersteller Frosta will auf Plastik verzichten – doch die Umstellung auf Papierbeutel drückt den Gewinn deutlich nach unten. Und auch die Entwicklung veganer Fischstäbchen belastet die Bilanz.

Bremerhaven. Hohe Kosten beim Einkauf von Rohfisch sowie bei der Verpackungsumstellung haben auf den Gewinn des Bremerhavener Tiefkühlkostherstellers Frosta gedrückt. Der Jahresüberschuss des Konzerns ging 2019 auf 12,6 Millionen Euro (2018: 20 Mio) zurück, wie Frosta am Donnerstag mitteilte. Bereits 2017 hatte Frosta einen Gewinnrückgang verzeichnet. Die stark gestiegenen Preise für Fisch hätten nur zeitverzögert an die Abnehmer weitergegeben werden können, sagte Vorstand Hinnerk Ehlers. Der Umsatz 2019 stieg im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent auf 523 Millionen Euro.

Frosta will bis Ende des Jahres keine Produkte mehr in Kunststoffbeuteln anbieten. Stattdessen sollen nur eigens entwickelte Papierbeutel und -schachteln verwendet werden. Die bereits angelaufene Umstellung habe deutlich mehr gekostet als erwartet. “Das Projekt ist alles andere als trivial”, betonte Ehlers.

Vegane Fischstäbchen geplant

Auch die Entwicklung von veganen Ersatzprodukten für Klassiker wie Backfisch oder Fischstäbchen sei mit erheblichen Kosten verbunden gewesen. Die Produkte sollen im Laufe des Jahres erstmals ausgeliefert werden. „Wir sehen darin langfristiges Potenzial“, so Ehlers.

Zum Umsatzplus im Inland habe maßgeblich die Nachfrage nach der Eigenmarke Frosta beigetragen, die um 18,5 Prozent wuchs. Für 2020 erwartet der Konzern ein ähnliches Umsatzplus wie im Vorjahr. Der Überschuss soll sich laut Ehlers wieder bei 20 Millionen Euro einpendeln. Frosta produziert in vier Werken in Deutschland und Polen. Das Unternehmen beschäftigt über 1800 Menschen.

RND/dpa