Aktuell
Home | Nachrichten | Wirtschaft | Dank Aktienboom: Superreiche sind schon wieder superreich
Das Vermögen von Jeff Bezos ist in den vergangenen Monaten gewachsen. Quelle: imago images/ZUMA Press

Dank Aktienboom: Superreiche sind schon wieder superreich

Gut zwei Monate sind vergangen, seit die Börsen im Zuge der Corona-Krise abgestürzt sind. Jetzt zeigt sich, dass die reichsten Menschen der Welt wieder deutlich mehr Vermögen haben. “Forbes” zufolge besitzen die 25 Wohlhabendsten 255 Milliarden Dollar mehr als im März.

Millionen in Kurzarbeit, zahlreiche neue Arbeitslose: Weltweit leidet die Wirtschaft an den Folgen des Coronavirus und der Eindämmungsmaßnahmen. Eine Gruppe scheint das allerdings wenig zu tangieren: Die 25 reichsten Menschen der Welt haben seit dem Höhepunkt der Krise ihr Vermögen um 255 Milliarden Dollar vermehren können. Diese Rechnung hat das US-Magazin “Forbes” aufgemacht.

“Forbes” hat die Vermögen von Milliardären wie Marc Zuckerberg (Facebook) oder Jeff Bezos (Amazon) unter die Lupe genommen – aber auch geprüft, wie Superreiche weltweit durch die Krise kommen. Referenztag für “Forbes” war der 23. März. Da hatten die Börsenkurse in der Corona-Panik gerade ihren Tiefpunkt erreicht.

Spitzenreiter ist demnach Marc Zuckerberg. Bis Ende vergangener Woche, als “Forbes” die Daten ausgewertet hat, hatte Facebook seinen Börsenwert im Vergleich zum Stichtag im März um 60 Prozent steigern können – was auch daran lag, dass die neue Facebook-Shops-Funktion bei Anlegern gut ankam. Der steigende Kurs machte sich auch bei Zuckerberg bemerkbar – der Gründer des Internetgiganten hält noch viele Aktien. Mit 86,5 Milliarden Dollar Vermögen ist Zuckerberg nun der viertreichste Mensch der Welt.

Amazon-Chef gehört zu den Gewinnern

Der zweitgrößte Gewinner ist laut “Forbes” Amazon-Chef Jeff Bezos. Die Aktien der Onlineshopping-Plattform profitierten davon, dass der stationäre Handel in vielen Regionen zeitweise brachlag. Bezos’ Vermögen, großenteils Anteile an Amazon, legte im Vergleichszeitraum um 26 Prozent zu, was laut “Forbes” etwa 30 Milliarden Dollar waren.

Im Verhältnis zum Vermögen vor der Krise gibt es außerdem einige Überraschungen: Colin Zheng Huang etwa konnte sein Vermögen fast verdoppeln. Er ist Gründer von Chinas zweitgrößtem Onlinemarktplatz Pinduoduo, der in der Krise immer beliebter wurde. Den 40-jährigen Gründer freut das, er ist mittlerweile gut 35 Milliarden Dollar reich.

Kommen Superreiche besser durch Wirtschaftskrisen?

Insgesamt stellte “Forbes” fest, dass die 25 reichsten Menschen der Welt seit März keine Verluste mehr verkraften mussten. Stattdessen profitierten sie von ihren Unternehmensbeteiligungen – was kein Wunder ist: Seit dem Tiefpunkt im März haben sich die Aktienmärkte global erholt. Der technologielastige Nasdaq-Index aus den USA könnte in den kommenden Wochen sogar sein Allzeithoch aus dem Februar knacken. Damals waren es 9731 Punkte, jetzt steht der Aktienindex bei 9369.

Zugleich bestätigen die “Forbes”-Zahlen Befürchtungen, die Ungleichheitsforscher schon länger hegen: “Der Reichtum von Superreichen erholt sich nach Krisen schnell”, sagt etwa der US-Ökonom Chuck Collins von der Denkfabrik Institute for Policy Studies. Bei der Finanzkrise 2008/2009 habe es etwa 30 Monate gedauert, bis der Großteil der Vermögen der US-Milliardäre wieder das Vorkrisenniveau erreicht hatte.

RND/hö