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Aktuell sind laut Ifo-Institut rund 7,3 Millionen Beschäftigte wegen der Corona-Krise in Kurzarbeit. Quelle: imago images/Cord

Rekord: 7,3 Millionen Menschen in Kurzarbeit – Ein Viertel weniger als angemeldet

Seit Beginn der Corona-Krise haben mehr als 750.000 Betriebe für 10,1 Millionen Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet. Die tatsächlichen Zahlen liegen nun deutlich niedriger: 7,3 Millionen Menschen sind laut Ifo-Institut in Kurzarbeit. Dabei gibt es allerdings große Unterschiede zwischen den Branchen.

München. In Deutschland waren im Mai laut Berechnungen des Ifo-Instituts 7,3 Millionen Menschen in Kurzarbeit. „Diese Zahl war noch nie so hoch”, sagte Ifo-Arbeitsmarktexperte Sebastian Link am Dienstag. „In der Finanzkrise lag der Gipfel der Kurzarbeit im Mai 2009 bei knapp 1,5 Millionen Menschen.” Zur Kurzarbeit angemeldet hatten die Unternehmen im März und April 10,1 Millionen Beschäftigte – demnach wurden nur rund drei Viertel von ihnen auch tatsächlich in Kurzarbeit geschickt.

Verarbeitendes Gewerbe und Handel stark betroffen

Bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gibt das Ifo-Institut den Anteil der tatsächlich Betroffenen mit insgesamt 21,7 Prozent an. Dabei gibt es allerdings riesige Unterschiede zwischen den Branchen: Im verarbeitenden Gewerbe ist der Anteil der von Kurzarbeit Betroffenen mit 31 Prozent am höchsten. Dahinter folgt der Handel mit 29,7 Prozent. Besonders niedrig ist der Anteil dagegen im Bauhauptgewerbe mit 4,1 Prozent. Dort ist die Abweichung zwischen angemeldeter und tatsächlicher Kurzarbeit auch besonders stark: Nicht einmal jedes siebte Mal wurde sie auch wirklich umgesetzt.

Die Zahlen basieren auf der Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts, enthalten allerdings auch Schätzungen. An diesem Mittwoch gibt die Bundesagentur für Arbeit die Arbeitsmarktstatistik für den Mai bekannt. Darin werden auch die offiziellen Zahlen zur realisierten Kurzarbeit (März) und zu angezeigten Kurzarbeit (Mai) enthalten sein.

RND/dpa