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Helmut Nowak ist Coach und Lehrer für Achtsamkeit und Stressbewältigung und schildert hier regelmäßig, wie man lernt, bewusster zu leben.

(K)ein Weg zum Glück

Alle Menschen wollen glücklich sein oder es werden. Mit glücklich sein meine ich etwa Unbeschwertheit, Gleichmut und angenehme Gefühle.

Paradox scheint zu sein, dass, je mehr wir versuchen, das Glück zu erhaschen, es sich uns desto mehr entzieht. Schon vor mehr als 2500 Jahren hatte Buddha die radikale Haltung vertreten und verkündet, dass das verbissene Streben nach angenehmen Empfindungen in Wahrheit die Wurzel allen Leidens ist. Warum? Weil auch angenehme Empfindungen von flüchtiger Natur sind und selbst, wenn wir sie erleben, reagieren wir nicht mit Dankbarkeit und Zufriedenheit, sondern wollen mehr. Doch ich kann mich noch so sehr abstrampeln, ich werde nie dauerhaft angenehme Gefühle haben.

Auf der Suche nach dem ewigen Glück

Neben dem, dass alle Menschen dauerhaft glücklich sein wollen, gibt es noch eine weitere Sehnsucht in uns: ein langes Leben. Doch beides gleichzeitig scheint nicht zu gehen. Dazu folgendes Gedankenexperiment von Yuval Noah Harari in seinem Bestseller „Homo Deus – Eine Geschichte von morgen“: „Was wäre geschehen, wenn eine seltene Mutation ein Eichhörnchen hervorgebracht hätte, das nach dem Verzehr einer einzigen Nuss ein dauerhaftes Glücksgefühl verspürt? (…) Wenn dem so gewesen sein sollte, dann kam dieses Eichhörnchen in den Genuss eines extrem glücklichen, aber extrem kurzen Lebens, und damit war diese seltene Mutation auch schon wieder beendet. Denn das glückliche Eichhörnchen hätte sich nicht mehr darum gekümmert, weiter nach Nüssen, geschweige denn nach Fortpflanzungspartnern zu suchen. Die konkurrierenden Eichhörnchen, die kurz nach dem Verzehr einer Nuss schon wieder Hunger verspürten, hatten deutlich bessere Chancen, zu überleben und ihre Gene an die nächste Generation weiterzugeben. Aus genau dem gleichen Grund stellen uns die Nüsse, die wir Menschen sammeln – lukrative Jobs, große Häuser, gut aussehende Partner –, selten langfristig zufrieden.“ Und nun? Hier drei Pfeiler als Fundament für ein gutes Leben:

Vermeide alles, was dich unglücklich macht, statt dem Glück hinterherzurennen. Vermeide chronischen Stress als Folge von extrem hohen Erwartungen an dich selbst, zerrütteten Beziehungen, Neid und Minderwertigkeit durch Vergleiche mit anderen, Abhängigkeit von äußerer Wertschätzung, Drogenkonsum, unerfülltem Job und so fort.

Finde wirksame Strategien, um deine Bedürfnisse zu nähren – die körperlichen wie Nahrung, Schlaf, Schutz und die psychischen wie Zugehörigkeit, Verbindung, Entwicklung, Sinnhaftigkeit, Leichtigkeit und Wirksamkeit.

Akzeptiere, wenn die Geschehnisse des Lebens anders sind, als du sie gern hättest (nicht zu verwechseln mit Resignation). Der zeitgenössische spirituelle Lehrer und Erfolgsautor Eckhard Tolle formulierte dazu in seinem Buch: „Jetzt! Die Kraft der Gegenwart“ treffend: „Dem Leben keinen Widerstand entgegenzusetzen bedeutet, in einem Zustand von Gnade, Mühelosigkeit und Leichtigkeit zu sein. Es scheint fast paradox, aber wenn deine innere Abhängigkeit von Form verschwunden ist, werden sich deine allgemeinen Lebensumstände und äußeren Gegebenheiten wahrscheinlich stark verbessern. Zyklen werden kommen und gehen, aber mit dem Verschwinden der Abhängigkeit verschwindet auch die Angst vor dem Verlust. Das Leben fließt mit Leichtigkeit.“

Alle drei Pfeiler haben viel mit Achtsamkeit und Meditation zu tun. Zum Punkt zwei: Britta Hölzel, Neurowissenschaftlerin und Meditationsforscherin, hat es sinngemäß so formuliert: Meditation hilft, die Dinge in einem größeren Gesamtzusammenhang zu sehen. Besser wahrzunehmen, was gerade passiert und ob es mir damit mehr oder weniger gut geht. Und zum dritten Punkt: Kultivierte Achtsamkeit hilft, aus unseren unheilsamen automatisierten Reaktionsmustern auszusteigen und Ja sagen zu können zu dem, was gerade ist.

Der Autor ist zu erreichen unter: www.achtsamkeit-und-co.de

Von Helmut Nowak/RND

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