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Das Hauptspektrometer der Anlage.

Neutrino-Waage misst die Geisterteilchen des Universums

Sie sind ganz leicht, aber überall. Neutrinos sind wahre Geisterteilchen. Ein Experiment in Karlsruhe will nun ihre Masse bestimmen.

Katrin ist die genaueste Waage der Welt. Ihre Aufgabe: Die Masse der leichtesten Elementarteilchen des Universums messen. Nach 15 Jahren Bauzeit hat Katrin („Karlsruhe Tritium Neutrino Experiment“) am Montagmittag um 12.46 nun mit ihrer Arbeit begonnen.

Neutrinos sind die leichtesten und häufigsten Teilchen im Universum. Mehrere Milliarden von ihnen durchströmen beispielsweise in jeder Sekunde ungebremst den Finger eines Menschen. Da sie aber so gut wie gar nicht mit anderer Materie wechselwirken, nennt man sie auch Geisterteilchen. Lange dachte man, dass die Neutrinos überhaupt keine Masse besitzen. Inzwischen weiß man, dass das nicht so ist. Doch wie groß die Neutrinomasse ist, ist bisher noch ein ungelöstes Rätsel des Universums. Wenn man es beantworten kann, könnte das helfen, zu verstehen, was Masse eigentlich ist.

Neutrinos lassen sich nicht leicht wiegen

Bisherige Experimente, um die Masse der Neutrinos zu messen, schlugen fehl – sie waren nicht genau genug. Um es besser zu machen, hat die Katrin-Großforschungsanlage des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) jetzt unter anderem den größten Ultrahochvakuumtank der Welt. Er hat einen Durchmesser von rund zehn Metern und wiegt 200 Tonnen. Der Druck im Inneren des Tanks ist so niedrig wie auf dem Mond.

Rund 200 Forscher und Forscherinnen von 20 Institutionen in sieben Ländern sind am Experiment beteiligt. In etwa fünf Jahren wollen die Forscher und Forscherinnen die genauen Messergebnisse haben. „Das ist ein großer Tag fürs Universum – weil eines seiner Hauptbestandteile nun vermessen wird“, sagte der Physik-Bereichsleiter am KIT, Johannes Blümer, bei der Einweihungsfeier.

Von Anna Schughart/RND/dpa

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