Donnerstag , 15. November 2018
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Eine Darstellung des europäischen Wettersatelliten „MetOp-C“. Er startete am Mittwochmorgen erfolgreich vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana.

Wettersatellit „Metop-C“ startet erfolgreich ins All

Am Mittwochmorgen ist der europäische Wettersatellit „MetOp-C“ gestartet. Von seiner relativ niedrigen Erdumlaufbahn aus soll er hochwertige Daten für die Wettervorhersage und die Klimaüberwachung liefern. Er ist der letzte seiner Bauart, an Nachfolgern wird auch in Deutschland bereits gearbeitet.

Um Punkt 1:47:27 Uhr und 627 Hundertstel hob sie am frühen Mittwochmorgen Mitteleuropäischer Zeit in Französisch-Guayana ab: Eine Sojusrakete startete vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou mit dem Wettersatelliten „MetOp-C“ an Bord. Das Ziel: Den Wettersatelliten in seine Umlaufbahn zu befördern.

Rund eine Stunde später trennte sich der Satellit erfolgreich vom obersten Segment der Rakete ab und das Kontrollzentrum der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) in Darmstadt übernahm. Seit Monaten hatten sich die Mitarbeiter auf den Start von „MetOp-C“ vorbereitet.

Start nach langer Planung ohne Zwischenfälle geglückt

„Ich kann sagen: Wir haben eine Mission“, sagte ESA-Flugdirektor Hervé Côme, nachdem die Abkopplung geglückt war. Das Spezialistenteam des Europäischen Satellitenkontrollzentrums führt „MetOp-C“ durch die ersten drei kritischen Tage und stellt sicher, dass er funktioniert. In seiner endgültigen Umlaufbahn übernimmt dann die Europäische Wettersatelliten-Organisation (Eumetsat) seinen Betrieb.

„MetOp-C“ trifft im All auf die beiden baugleichen Satelliten „MetOp-A“ und „-B“, die er eigentlich ersetzen sollte. „MetOp-A“ wurde im Jahr 2006 gestartet und hat seine geplante Lebensdauer von sechs Jahren deutlich überschritten. Wie „MetOp-B“, der 2012 folgte, befindet er sich aber noch in einem guten Zustand.

Gleich drei „MetOp“-Satelliten überwachen das Wetter

Daher wird „MetOp-C“ nun zunächst zusammen mit seinen beiden Geschwistern betrieben. Die Satelliten werden dafür mit etwas Abstand der gleichen Umlaufbahn folgen, so dass dieselben Orte auf der Erdoberfläche von ihnen mehrfach am Tag erfasst werden.

Durch ihre relativ niedrige Umlaufbahn – 817 Kilometer statt rund 36.000 Kilometer bei geostationären Satelliten – messen die „MetOp“-Instrumente etwa Temperaturen oder Feuchtigkeit mit deutlich höherer Genauigkeit als die geostationären Satelliten der „Meteosat“-Reihe.

Deutschland an Entwicklung weiterer Satelliten beteiligt

„Die ’MetOp’-Satelliten überfliegen die Pole und sammeln für die Wettervorhersage wichtige Beobachtungen aus diesen Regionen. Geostationäre Satelliten liefern hier nur unzureichende Daten“, erklärt Thomas Ruwwe vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Deutschland ist über das Raumfahrtmanagement des DLR mit rund 21 Prozent an der Entwicklung der Satelliten beteiligt.

„MetOp-C“ ist der letzte seiner Bauart. Das Nachfolgesystem „MetOp-SG“ („Second Generation“) befindet sich bereits in der Entwicklungsphase und wird voraussichtlich ab 2023 „MetOp“ ersetzen. Statt einzeln, werden dann in drei Phasen jeweils zwei Satelliten starten: Während ein Wettersatellit dann vor allem optische Instrumente an Bord trägt, besteht die Nutzlast des anderen hauptsächlich aus Mikrowelleninstrumenten.

An der Entwicklung dieser zweiten Satellitengeneration ist Deutschland laut DLR mit etwa 27 Prozent beteiligt.

Von RND/nie/dpa/dlr