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Die Moderatorin Stefanie Tücking posiert im Juli 2016 in Berlin bei der RTL-Nitro Programmpräsentation.

Lungenembolie: Was ist das und wie gefährlich ist sie?

Der Tod von Moderatorin Stefanie Tücking hat viele Menschen bewegt. Nun wurde bekannt, woran sie starb: an einer Lungenembolie. Aber was ist das und welche Faktoren begünstigen dies? Die wichtigsten Antworten.

Ihr Tod kam überraschend, die Ursache gab zunächst Rätsel auf. Nun steht fest: Die Moderatorin Stefanie Tücking ist im Alter von 56 Jahren an einer Lungenembolie gestorben. Das habe die Obduktion ergeben, teilte der Südwestrundfunk unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Baden-Baden mit.

Prinzipiell kann eine Lungenembolie jeden treffen. 40.000 Menschen sterben Jahr für Jahr an einer Lungenembolie, teilt die „Deutsche Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin“ (DGA) mit. Das sind mehr Tote als durch Verkehrsunfälle, Brust- und Prostatakrebs sowie Aids zusammen. Ein Großteil dieser Todesfälle hätte mit der richtigen Diagnose und Behandlung verhindert werden können.

Was ist eine Lungenembolie?

Bei einer Lungenembolie kommt es zu einer Verstopfung von Blutgefäßen in der Lunge. Und diese rührt oft von einer Thrombose im Körper. Ärzte sprechen bei einer Thrombose von einer „lautlosen Gefahr“. Obwohl die Diagnose einfach und für den Patienten schmerzlos ist, fällt der Verdacht aufgrund der eher unspezifischen Symptome zumeist erst spät auf eine Thrombose. Das Risiko sitzt dabei meist weiter unten im Körper. Blutgerinnsel in den Venen der Beine oder Hüfte verstopfen Lungenarterien. So kommt es zu einem Stau des Blutflusses – der so wichtige Sauerstoffaustausch wird eingeschränkt oder komplett unterbunden.

Atemnot und Schwindelgefühle sind die Folge, die dann häufig mit der Thrombose einhergehen. In diesem Fall sollte man laut DGA sofort einen Notarzt rufen und nicht versuchen, selbst das nächste Krankenhaus zu erreichen.

Warum bekommt man eine Lungenembolie?

Die Wahrscheinlichkeit, eine Thrombose zu bekommen, steigt mit dem Alter. Dennoch könne jeder an ihr erleiden: kleine Kinder, Jugendliche und sogar Sportler. Gerade bei jungen Menschen seien es häufig vererbte Blutgerinnungsstörungen oder Sportverletzungen. Denn durch eine Verletzung am Bein könne es beim Heilungsprozess zu einer Entzündung kommen – und diese eine Thrombose befördern, so die DGA.

Viele Risikofaktoren ließen sich jedoch durch einen gesunden Lebenswandel beeinflussen: ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, Sport und eine ausgewogene Ernährung können dem Körper helfen. Übergewicht und Tabak hingegen befördern sogar die Gefahr, eine Thrombose zu bekommen. Auch lange Flugreisen oder bewegungsarme, sitzende Tätigkeiten zählen zu den Risikofaktoren.

Gefährdet sind auch Frauen während der Schwangerschaft: Durch die Umstellung des Hormonhaushaltes und mangelnde Bewegung, gerade in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft, steigt das Risiko, eine Thrombose zu bekommen. Dabei sind einige Mütter gefährdeter als andere. Und mit entsprechender Therapie lässt sich das Risiko präventiv reduzieren.

Wie erkennt man eine Lungenembolie?

Da die Symptome eher unspezifisch sind, können die Anzeichen einer Thrombose oder Lungenembolie von Patient zu Patient unterschiedlich sein. Schmerzen in der Wade, die leicht als Muskelkater fehlgedeutet werden können, eine Schwellung, Überwärmung und Verfärbung des Beines können Anzeichen sein, teilt die DGA mit. Zusätzliche Luftnot und Schwindel deuteten auf eine mögliche Lungenembolie hin.

Rund zehn Prozent der Patienten mit Lungenembolie versterben innerhalb kurzer Zeit, oft akut innerhalb von zwei Stunden nach dem Auftreten der Symptome: „Jeder klinische Verdacht auf Lungenembolie sollte unverzüglich und konsequent zur diagnostischen Sicherung therapiert werden.“

Von RND/Gunnar Müller