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Mit Radioteleskopen – wie zum Beispiel dem des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie in Effelsberg – erforschen Wissenschaftler Radioblitze.

Mysteriöses Weltraumphänomen: Zweiter wiederkehrender Radioblitz entdeckt

Radioblitze sind eines der großen, ungelösten Rätsel des Universums. Nun haben Forscher einen zweiten, sich wiederholenden Radioblitz entdeckt. Über ihren Ursprung wird noch gerätselt.

Bisher war FRB121102 ein Einzelfall. Der einzige, von Menschen gemessenen Radioblitz, der immer wieder aus der gleichen Quelle kam. Manchmal blitzte er mehrmals pro Stunde, manchmal wochenlang gar nicht. Der Rest der Radioblitze, die aus den Tiefen des Alls zu uns gelangen, schienen dagegen nur einen einmaligen Auftritt hinzulegen. Doch nun hat FRB121102 einen Bruder. Denn Astronomen haben einen zweiten, sich wiederholenden Radioblitz gemessen.

Radioblitze sind sehr starke Ausbrüche im Wellenlängenbereich der Radiostrahlung. Sie sind jeweils nur einige tausendstel Sekunden kurz. Wie die kanadischen Wissenschaftler in „Nature“ berichten, entdeckten sie im Sommer 2018 insgesamt 13 neue Radioblitze. Aus einer Quelle kamen jedoch wiederholt Radioblitze – insgesamt sechs konnten die Wissenschaftler messen. Zu wissen, dass es noch einen zweiten sich wiederholenden Radioblitz gebe, „deutet daraufhin, dass es da draußen noch mehr geben könnte“, sagte Ingrid Stairs, eine der beteiligten Astronominnen. Das wiederum könnte dabei helfen, herauszufinden, woher die Radioblitze überhaupt stammen.

Ursprung der Radioblitze ist noch unklar

Denn Radioblitze sind eines der großen, ungelösten Rätsel des Universums. Niemand weiß genau, woher sie stammen, was sie auf ihren Weg durch das Universum schickt. Entdeckt wurden die Radioblitze (englisch Fast Radio Bursts, FRB) auch erst 2007. Seitdem wurden rund 60 von ihnen gemessen. Daraus lässt sich schließen: Radioblitze kommen aus allen Himmelsrichtungen und ihr Ursprung liegt jenseits unserer eigenen Galaxie, der Milchstraße.

Da die Blitze über extrem weite Entfernungen zu sehen sind, müssen sie von sehr energiereichen Ereignissen erzeugt werden – Experten schätzen, dass dabei auf einen Schlag so viel Energie frei wird wie unsere Sonne in etwa 80 Jahren abstrahlt. Viele Theorien kreisen in diesem Zusammenhang um Neutronensterne, genau weiß es aber bisher niemand.

Aliens als Ursache?

Deshalb sind Radioblitze auch ein gutes Thema für Spekulationen. So überlegte der Physiker Avi Loeb von der Harvard University vor ein paar Jahren einmal – und der „Guardian“ griff diese Theorie nun wieder auf – die Radioblitze könnten ein Beweis für fortschrittliche Alientechnologie sein. Genauer gesagt für ein Lichtsegel, mit dem sich interstellare Reisen bewerkstelligen ließen. Loeb hatte Ende des vergangenen Jahres zudem die Theorie geäußert, das interstellare Objekt Oumuamua könnte ein außerirdisches Raumschiff mit Lichtsegel sein. Es ist vielleicht kein Zufall, dass Loeb mit der Initiative „Breakthrough Starshot“ und der finanziellen Unterstützung des russischen Milliardärs Juri Milner einen kleinen Flugkörpern mit Hilfe von Lichtsegeln zu Alpha Centauri schicken möchte.

Von RND/Anna Schughart/dpa