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Senioren werden oft Opfer von Betrügern.

Falsche Polizisten: Tipps für Senioren

Trickbetrüger denken sich immer neue Betrugsmaschen aus, um ihren Opfern Geld aus der Tasche zu ziehen. Dabei machen sie auch vor der Polizeiuniform nicht Halt. Die Opfer sind meist ältere Menschen. Hier einige Tipps, wie Senioren sich schützen und Betrüger erkennen können.

Senioren gehen immer häufiger Betrügern ins Netz, die es nur auf ihr Geld abgesehen haben. Sie geben sich gerne als vertrauenswürdige Personen aus und machen auch nicht vor der Uniform der Polizei Halt. Trickbetrüger sind mit der Masche, bei der sie sich als Polizisten ausgeben, sehr erfolgreich und erbeuten teils erhebliche Summen. Allein in Niedersachsen haben Täter so im vergangenen Jahr 4,7 Millionen Euro erbeutet. Manchmal übergeben die Betrugsopfer sogar nicht nur Bargeld, sondern auch Wertsachen oder den Inhalt des Bankkontos.

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„Der falsche Polizeibeamte“: Ein „erweiterter Enkeltrick“

„Guten Tag, würden Sie uns bitte Ihr Geld geben?“ Diese Frage würde wohl niemand mit „Ja“ beantworten – vor allem nicht von Wildfremden, die plötzlich vor der Haustür auftauchen. Doch was, wenn diese Fremden Polizisten sind oder wenigstens so aussehen? Und dabei noch sehr gute Manieren haben, wahnsinnig verständnisvoll sind und vorher per Anruf angekündigt wurden – von der Nummer 110? Was dann?

Das mag weit hergeholt klingen. Aber immer wieder sind Verbrecher genau mit dieser Methode erfolgreich. Die Opfer sind oft ältere Menschen.

„Der falsche Polizeibeamte ist eine Erweiterung und verfeinerte Form des Enkeltricks“, erklärt Karl-Heinz Langner vom Verein Weißer Ring. Los geht es mit einem Anruf oder einem Klingeln an der Haustür: Hier sei die Polizei, es gebe Hinweise auf einen geplanten Einbruch, Geld und Wertsachen sind zu Hause nicht mehr sicher! Und die Bankmitarbeiter sind übrigens korrupt, leeren Sie deshalb Ihr Konto und geben Sie das Geld lieber uns. Wir schicken jemanden zum Abholen, keine Sorge.

Notrufnummer 110 auf Telefondisplay

Damit das Schmierentheater überzeugender wirkt, wenden die Täter Tricks an – zum Beispiel mit der Notrufnummer 110 auf dem Telefondisplay. „Das ist leider heute technisch relativ leicht machbar“, sagt Langner. Die echte Polizei würde sich allerdings niemals von dieser Nummer aus melden. Noch weiter gehen Betrüger, die vor ihrem Anruf die echte Polizei anrufen und zum Beispiel verdächtige Personen in der Nachbarschaft des Opfers melden. Das führt dann dazu, dass dort ein Streifenwagen aufkreuzt. „Schauen Sie mal aus dem Fenster, da läuft schon ein Einsatz unserer Kollegen“, heißt es dann.

Der Enkeltrick: Eine erfolgreiche Betrugsmasche

Neben dem Polizistentrick gibt es noch weitere, ähnliche Tricks. Da ist der schon bekannte Enkeltrick, wie die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes erklärt: Dabei geben sich die Täter als Angehörige des Opfers aus – als Enkel eben, oder vielleicht als deren Freunde. Man sei in einer Notlage, ob Oma oder Opa nicht schnell Geld überweisen könnten? Eine Variante davon ist der Schockanruf, oft bei Menschen aus den ehemaligen Sowjetstaaten und in russischer Sprache: Hier geben sich die Täter nicht als Angehörige selbst aus, sondern wieder als Polizei. Ihr Enkel sei in ein Strafverfahren verwickelt und in Gewahrsam – gegen eine Geldzahlung werde man ihn aber entlassen.

Und natürlich gibt es unzählige weitere unseriöse Haustürgeschäfte, von den guten alten Zeitschriftenabos der Drückerkolonne bis zu angeblich günstigen Telefon- oder Stromtarifen. Hinzu kommen falsche Handwerker oder zum Beispiel Gasversorger-Mitarbeiter, meistens im Duo. Man müsse nur mal was ablesen oder nachschauen, heißt es dann – meist mit dem Ziel, alleine und unbeaufsichtigt im Haus unterwegs zu sein, auf der Suche nach Geld und Wertsachen.

Betrugsfälle: Besonders hohe Dunkelziffer

Gründe dafür, dass die Opfer meist Ältere sind, gibt es mehrere. Zum Beispiel erwarten die Täter dort „günstige Tatgelegenheiten“, wie Thomas Görgen, Professor für Kriminologie an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster, es nennt. „Menschen, die über Vermögen verfügen, die am besten alleine leben, sich vielleicht nicht so gut zur Wehr setzen können wie Jüngere und möglicherweise auch leichter zu täuschen sind.“

Dazu nennt die Kriminalprävention weitere Faktoren – Vereinsamung, Zerstreutheit oder sogar Demenz, eine Seh- oder Hörschwäche. Die sorgt dann zum Beispiel dafür, dass man Stimmen am Telefon schneller für die Stimme eines Verwandten hält. Das Alter der Opfer ist auch ein Grund dafür, warum Karl-Heinz Langner bei Enkeltrick und Co. eine besonders hohe Dunkelziffer befürchtet. Denn ältere Menschen sprechen ihm zufolge oft nicht darüber, wenn sie auf solche Betrugsmaschen hereingefallen sind. „Aus Scham, aber auch aus Angst vor familiären Konsequenzen.“ Die Befürchtung sei, dass Opfern das Recht auf ein eigenständiges Leben abgesprochen werde – nach dem Motto „Jetzt kann Oma nicht mal mehr allein auf ihr Geld aufpassen“.

Von RND / dpa