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Soll bald Vergangenheit sein: Ein Weißstreifendelfin springt aus dem Wasser bei einer Delfinshow im kanadischen Vancouver Aquarium. Quelle: Moritz Wolf/imago images

„Free Willy“-Gesetz verbietet Gefangenschaft von Walen und Delfinen

Kanada macht Ernst beim Schutz von Meeressäugern: Das Land will künftig die Haltung und Zucht von Delfinen und anderen Walen verbieten. Aus den Aquarien werden sie dennoch nicht so schnell verschwinden.

Kanadas Unterhaus hat eine Gesetzesvorlage verabschiedet, die es illegal macht, Wale, Delfine oder andere Tümmler in Gefangenschaft zu halten. Verstöße sollen mit Geldstrafen von bis zu 150.000 US-Dollar geahndet werden, wie der Sender CNN berichtet.

Der Gesetzentwurf war bereits 2015 eingereicht worden und trägt den Spitznamen „Free Willy“-Gesetz – benannt nach dem Film von 1993, in dem ein Junge einen Killerwal aus einem US-Vergnügungspark befreit.

„So etwas Fantastisches passiert nie in Eile. Aber heute feiern wir, dass wir die Gefangenschaft und Zucht von Walen und Delfinen beendet haben“, twitterte die Tierrechtsgruppe Humane Canada.

Es wird erwartet, dass die Gesetzesvorlage in Kraft tritt, nur die „königliche“ Zustimmung der britischen Monarchie fehlt noch. Auch die Grüne Partei Kanadas feierte die Entscheidung. „Diese intelligenten, sozialen Säugetiere werden jetzt dort leben, wo sie hingehören – im Ozean“, heißt es von der Partei. Dutzende von Unterstützern der Gesetzesvorlage nutzten den Hashtag #emptythetanks, um in den sozialen Medien zu feiern.

Ausnahmen und „Bestandsschutz“

Die Gesetzesvorlage sieht Ausnahmen vor, wenn die Tiere gerettet werden sollen, sich in Rehabilitation befinden, für wissenschaftliche Forschung zugelassen sind oder wenn dies im Interesse des Tieres liegt.

Außerdem: Einrichtungen, die vor Verabschiedung des Gesetzes Delfine oder Wale gehalten haben, dürfen dies weiterhin. Das bedeutet auch, dass beispielsweise Orcas aufgrund ihrer hohen Lebenserwartung noch zwei Jahrzehnte in den kleinen Becken von Seaworld und Co. in Gefangenschaft leben müssen.

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Von Sonja Fröhlich/RND

Soll bald Vergangenheit sein: Ein Weißstreifendelfin springt aus dem Wasser bei einer Delfinshow im kanadischen Vancouver Aquarium.