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Im Supermarkt lohnt es sich, einen genauen Blick auf die Verpackung der Eier zu werfen. Quelle: Friso Gentsch/dpa

Einkaufstipps: Eier ohne Kükenschreddern kaufen

Jährlich werden in der Legehennenzucht 45 Millionen männliche Küken getötet. Eine Bilanz, die Verbraucher nicht hinnehmen müssen – denn im Supermarkt haben sie meist die Wahl: Wer nur vier Cent mehr pro Ei investiert, unterstützt das Kükenschreddern nicht.

Wer das sogenannte Kükentöten, also das systematische Eliminieren männlicher Küken nach dem Schlüpfen, nicht unterstützen will, kann im Supermarkt entsprechend einkaufen: Bei vielen Händlern gibt es Eier von Initiativen, die auf das massenhafte Töten der Küken verzichten.

Initiativen, die Bruderhähne aufziehen

Vor allem Bio-Betriebe haben vor einigen Jahren mit der Bruderhahn-Aufzucht begonnen: Sie mästen männliche Legeküken. Um das finanzieren zu können, gibt es einen Preisaufschlag von rund vier Cent pro Ei, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. An dem Produkt ändert sich dadurch nichts: Ei bleibt Ei.

Wie die Initiativen heißen und wie sie genau arbeiten, ist je nach Händler anders: Viele Discounter und Erzeuger haben jeweils eigene Initiativen – und einige Produkte sind nur in einzelnen Regionen erhältlich. Die Verbraucherzentrale hat einige Anbieter, die bundesweit oder in weiten Teilen Deutschlands aktiv sind, vorgestellt:

• Die Geflügelhalter der „Bruderhahn Initiative Deutschland“ (BID) ziehen ihre Hähne nach Richtlinien auf, die teilweise über die Anforderungen von Demeter und Bioland hinausgehen. Die Eier kommen aus sieben Bundesländern zwischen Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg und zwischen Nordrhein-Westfalen und Sachsen.

• Nach Bioland-Richtlinien werden die Hähne der „basic Bruderherz-Initiative“ aufgezogen. Sie sind bundesweit in allen Basic-Biomärkten erhältlich und stammen aus Bayern und Baden-Württemberg.

• In den denn’s Biomärkten bundesweit und in Alnatura-Märkten in Nordrhein-Westfalen kann man die Eier der Initiative „Haehnlein“ kaufen. Auch Edeka Rhein-Ruhr bietet die Eier in allen 700 Filialen an – allerdings nur auf individuelle Nachfrage der Kunden. Die Bruderhähne werden mindestens nach Anforderungen der EG-Öko-Verordnung aufgezogen.

• Ebenfalls in Alnatura-Märkten finden Kunden die Eier der „Bruderküken-Initiative“.

• Die SuperBioMärkte bieten in ihren Läden Eier der „Initiative Bruder-Ei“ an: Sie stammen von einem Bioland- oder Naturlandhof aus der Region des Marktes.

Neu: Die Geschlechtsbestimmung im Brut-Ei

Neben der querfinanzierten Aufzucht der männlichen Küken gibt es zwei weitere Wege, das Schreddern zu verhindern: Einer davon ist ein technisches Verfahren, mit denen das Geschlecht der Tiere schon im Ei bestimmt wird – ausgebrütet werden dann nur die Weibchen. Erste Eier aus diesen Verfahren sind vereinzelt bereits im Handel erhältlich, zum Beispiel in rund 380 Rewe- und Penny-Filialen im Großraum Berlin. Dort tragen die Eier das Logo „Respeggt“.

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Mit dem „Zweinutzungshuhn“ Ei- und Fleischproduktion trennen

Außerdem gibt es lokale Initiativen, die sogenannte „Zweinutzungsrassen“ einsetzen: Statt jeweils eigens gezüchteter Tiere für die Ei- oder Fleischproduktion legen die Weibchen hier Eier und die Männchen werden gemästet. Entsprechende Initiativen und ihre Produkte gibt es nach Angaben der Verbraucherschützer zum Beispiel in Teilen von Nordrhein-Westfalen und Süddeutschland sowie rund um Berlin.

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Von RND/dpa/jo

Im Supermarkt lohnt es sich, einen genauen Blick auf die Verpackung der Eier zu werfen.