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Die meisten Katzen werden in Tierpensionen einzeln gehalten. Quelle: Pixabay (Symbolbild)

Urlaubszeit: Woran erkenne ich eine gute Katzenpension?

Mit der Vorfreude auf den Urlaub kommen bei vielen Katzenbesitzern auch Sorgen auf: Wo kommt die geliebte Samtpfote in dieser Zeit unter? Der Deutsche Tierschutzbund gibt Tipps, woran man eine gute Katzenpension erkennen kann.

Rund acht Millionen Katzenbesitzer gibt es in Deutschland: Ein Drittel von ihnen hält gleich mehrere Samtpfoten zu Hause. In den allermeisten Fällen können sie jedoch nicht mit in den Urlaub. Da stellt sich die Frage: Wohin mit den geliebten Haustieren? Wer sich für eine Katzenpension entscheidet, sollte einige Kriterien beachten.

Aufenthalt in einer Pension: Für Katzen stressig

„Katzen sind ortsgebundener als Hunde und eine Versorgung in ihrer vertrauten Umgebung, zum Beispiel durch Freunde oder Nachbarn, ist in der Regel vorzuziehen“, erklärt Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn. Auch an andere Tiere muss sich die Katze gewöhnen – und wie gut das funktioniert, hängt vom Charakter des Tieres ab. Katzenbesitzer sollten sich deshalb im Voraus Gedanken darüber machen, wie gut es ihrer Samtpfote in einer Pension gehen würde.

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Die Katzenpension vor dem Urlaub besichtigen

Katzenbesitzer sollten sich möglichst früh vor dem Urlaub die Pension vor Ort anschauen und sich zeigen lassen, wie und wo die Tiere untergebracht werden – möglicherweise sogar ohne Ankündigung. Dort sollte zum einen darauf geachtet werden, dass es ein katzengesichertes Außengehege gibt: Die Samtpfoten freuen sich über frische Luft. Zum anderen sollte die Einrichtung sauber sein: Tierhaare und etwas Schmutz sind normal, strenge Gerüche aber nicht. Sollte es nicht möglich sein, den Bereich, in dem die Katzen untergebracht werden, zu besichtigen, ist das kein gutes Zeichen.

Das A und O: Genügend Rückzugsmöglichkeiten

„Katzen sollten in Pensionen genügend Rückzugsmöglichkeiten wie Schlafhöhlen und mehrere Ebenen in den Räumen zur Verfügung stehen“, so Schmitz. Einige Samtpfoten vertragen sich zwar gut mit anderen Katzen, die meisten sollten aber einzeln oder – wenn möglich – mit ihrem bereits bekannten Artgenossen untergebracht sein. Das muss ganz individuell berücksichtigt werden.

Daran erkennen Katzenbesitzer eine gute Pension

Der Deutsche Tierschutzbund hat im April 2019 Kriterien festgelegt, die Katzenbesitzern helfen, eine gute Pension zu erkennen:

• Haftpflichtversicherung, Gesundheitsprophylaxe, Wurmkur: Fragt der Betreiber der Pension nach der letzten Impfung, Wurmkur, Floh- und Zeckenprophylaxe und einem Nachweis der Haftpflichtversicherung

• Sachkundenachweis: Verfügt der Betreiber der Pension über den vorgeschriebenen Sachkundenachweis nach Paragraf 11 des Tierschutzgesetzes?

• Medikamente: Braucht die Katze Medikamente? Wenn ja: Können die Betreuer ihr die Arznei verabreichen? Es erfordert zum Beispiel Erfahrung, die Glukosewerte einer Katze mit Diabetes regelmäßig zu kontrollieren und Insulin zu spritzen.

• Tierärztliche Behandlung im Notfall: Bei Bedarf muss eine tierärztliche Betreuung gewährleistet sein. Lassen Sie sich den betreuenden Tierarzt nennen oder sprechen Sie ab, ob die Pension die Katze gegebenenfalls zum Haustierarzt bringen kann.

• Anzahl der Betreuer: Wie viele Tiere werden betreut? Wie viele Betreuer gibt es? Angemessen ist ein Betreuer für etwa zehn bis 15 Katzen.

• Haltung der Tiere: Werden die Tiere einzeln oder in Gruppen gehalten? Was passt zu Ihrer Katze besser?

• Sauberkeit: Sind die Anlage, das Zimmer, das Gehege und der Schlafplatz sauber?

• Ernährung: Wird die Ernährung wie gewohnt fortgeführt? Insbesondere bei bestimmten Erkrankungen, zum Beispiel Futtermittelallergien oder Nierenerkrankungen, ist es wichtig, dass Katzen weiterhin ihre gewohnten Diätfuttermittel bekommen.

• Individuelle Eigenschaften der Katze: Erkundigt sich der Betreuer nach den individuellen Eigenschaften der Samtpfote? Gerade bei ängstlichen Tieren ist ein einfühlsamer Umgang notwendig.

• Betreuungsvertrag: Einen Betreuungsvertrag abzuschließen, ist sinnvoll. Lesen Sie den Vertrag in Ruhe durch. Das dient auch der Absicherung der Pension: Wird eine Katze zum Beispiel Wochen nach Vereinbarung nicht abgeholt, geht sie in den Besitz des Betreibers der Pension über. Oft kann die Einrichtung auch ein Tier als Pfand behalten, wenn der Halter nicht gezahlt hat.

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Katzensitter als Alternative: Betreuung zu Hause

Haben Freunde oder Nachbarn keine Zeit sich zu Hause um die Katze zu kümmern, kommt auch ein Katzensitter in Frage: Er kommt ein- bis zweimal täglich zu Besuch während Katzenbesitzer im Urlaub sind, füttert die Samtpfoten und reinigt das Katzenklo. Vielleicht gießt die gute Seele sogar noch die Blumen oder holt die Zeitung aus dem Briefkasten. So bleibt der Katze der Transport erspart und sie muss ihr Revier nicht verlassen. Der Nachteil: Die Samtpfote ist den größten Teil des Tages allein.

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Von RND / Jessica Orlowicz