Donnerstag , 24. Oktober 2019
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Einer der diesjährigen Chemie-Nobelpreisträger: Der japanische Wissenschaftler Akira Yoshino. Ausgezeichnet wurden die drei Entwickler der Lithium-Batterien. Quelle: Yoshiaki Sakamoto/Kyodo News/AP/

Lithium-Ionen-Batterien: Was haben die Chemie-Nobelpreisträger herausgefunden?

Ohne sie gäbe es keine Handys, Laptops oder E-Bikes: Die Rede ist von Lithium-Ionen-Batterien. Jetzt könnten sie sogar im Kampf gegen den Klimawandel helfen. Für ihre Entwicklung bekommen die Väter der Batterie-Technik den Chemie-Nobelpreis.

Stockholm. Ohne ihre Forschung wäre die Welt eine andere: Für die Entwicklung der besonders leistungsstarken, allgegenwärtigen Lithium-Ionen-Batterien erhalten drei Materialforscher den diesjährigen Nobelpreis für Chemie. Der US-Amerikaner John Goodenough, Stanley Whittingham, der Brite und US-Amerikaner ist, und der Japaner Akira Yoshino hätten diese Technik entscheidend mitentwickelt, teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch in Stockholm mit. Die leichten, wiederaufladbaren und starken Batterien werden vor allem in mobilen Alltagsgeräten eingesetzt, etwa Handys, Laptops, Digitalkameras, E-Bikes und Elektro-Fahrzeugen.

Nobelpreis geht an Entwickler aus den USA, Großbritannien und Japan

Goodenough, 1922 in Jena als Sohn US-amerikanischer Eltern geboren, ist mit 97 Jahren der älteste Empfänger eines Nobelpreises überhaupt. „Werde 97 und du kannst alles machen“, sagte der Physiker, der noch immer an der Universität von Texas in Austin forscht. „Ich fühle mich geehrt und demütig, dass ich den Nobelpreis gewonnen habe.“

Der 77-jährige Whittingham, der an der Universität Binghampton (US-Staat New York) arbeitet, erfuhr von dem Preis in Ulm, wo er an einer Konferenz zu Lithium-Batterien teilnahm. „Ich wurde von den Organisatoren ans Telefon geholt“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Ein wichtiger Anruf aus Stockholm, hieß es. Da habe ich mir gleich so etwas gedacht.“

Lithium-Ionen-Batterien könnten große Mengen an Solar- und Windenergie speichern und machten so eine Welt frei von fossilen Kraftstoffen möglich, teilte die Akademie mit. „Lithium-Ionen-Batterien haben unser Leben revolutioniert, seit sie 1991 auf den Markt kamen“, hieß es. „Sie haben die Grundlage gelegt für eine drahtlose, von fossilen Brennstoffen freie Gesellschaft und sind für die Menschheit von größtem Nutzen.“

Saubere Energien laufen mit Lithium

Die Beiträge der drei Preisträger bauen aufeinander auf: Whittingham entwickelte in den 1970er Jahren die erste wiederaufladbare Lithium-Batterie, die jedoch noch anfällig für Explosionen war. Goodenough schuf bis 1980 durch die Verwendung von Lithium-Cobalt-Oxid (LCO) wesentlich leistungsstärkere Batterien. Yoshino (71) entwickelte 1985 das erste kommerziell verwertbare Produkt. „Ich habe irgendwie gerochen, wohin der Trend ging“, sagte er. „Man kann sagen, ich hatte einen guten Riecher.“

Das Element Lithium ist sehr leicht und äußerst reaktionsfreudig. Die größten Vorkommen weltweit gibt es in Südamerika – im Grenzgebiet von Argentinien, Bolivien und Chile. „Wie fast alles andere hat die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien Folgen für die Umwelt, aber es gibt auch riesige Vorteile für die Umwelt“, schreibt das Nobelpreis-Komitee. Als Beispiel nennt es die Entwicklung von sauberen Energietechnologien und Elektro-Fahrzeugen, was den Ausstoß von Treibhausgasen und Feinstaub reduziere.

RND/dpa